Storchenleid und Storchenfreud

Freud und Leid liegen auch in der Tierwelt eng beeinander. Sogar innerhalb einer Tierart. Nehmen wir zum Beispiel mal die Störche. Die haben jetzt den traurigen Rekord geschafft, als erste Vogelart überhaupt an Arteriosklerose zu erkranken. Zumindest wurde an einem Jungstorch in Donauwörth erstmals eine schwere Gefäßverkalkung nachgewiesen. Das Tier ist verendet und wurde von der Freien Universität Berlin untersucht, die dabei obigen Befund feststellte – bislang absolut einmalig bei Vögeln. So weit, so schlecht.

Im Tiergarten Nürnberg dagegen geben die Störche Anlass zur Freude. Dort leben in diesem Jahr drei wilde Storchenpaare, die insgesamt vier Junge aufgezogen haben. Die wurden nun von Tiergartenmitarbeitern und der Feuerwehr in vereinten Kräften beringt. Jeweils an einem Bein wurde ein Ring angebracht, auf dem die Herkunft des Storches und eine Nummer eingraviert sind.

Wozu das gut ist? – Auf diese Art und Weise kann man die Wege der Zugvögel verfolgen. So wurde zum Beispiel ein junger Storch, der im Mai 1996 im Tiergarten aus dem Ei schlüpfte, im September 1997 bei seinem Flug in Cadiz (Spanien) gesichtet. Heute weiß man von ihm, dass er seit dem Jahr 2000 mit einem Partner in Süptitz bei Torgau in Sachsen regelmäßig Nachwuchs hat.

Im Nürnberger Tiergarten sammeln sich jedes Jahr viele Störche aus der ganzen Region vor ihrer „Abreise“ nach Afrika. Die Jungvögel aus dem Tiergarten schließen sich ihnen an. Bisher ist allerdings noch keiner von ihnen zur Brutzeit in den Tiergarten zurückgekehrt.

2 Kommentare in “Storchenleid und Storchenfreud

  1. Könnte man denn diese Gefäßverkalkung auch feststellen, wenn die Tier noch leben (wie beim Menschen)? Und hätte man dann die Möglichkeit, die Störche mit Medikamenten zu behandeln?

  2. Pingback: Achtung, Wolf! » Blog Archive » Arteriosklerose bei Vögeln kommt öfter vor

Kommentarfunktion geschlossen.