Arten-Wirrwarr bei Gorillas?

Es sind schwere Vorwürfe, die „Pro Wildlife“ da erhebt: Der Verein, der sich für den Schutz von Wildtieren einsetzt und Missstände im Umgang mit Wildtieren aufdeckt, hat Stammbäume von in Zoos lebenden Gorillas durchforstet. Und kam zu einem alarmierenden Ergebnis: In vielen Zoologischen Gärten wurden anscheinend jahrzehntelang verschiedene Gorilla-Arten durcheinander gezüchtet – und zwar Westliche Flachlandgorillas (so einen zeigt dieses Foto)  mit Cross-River-Gorillas. Deshalb seien viele der 850 weltweit in Tierparks lebenden Gorillas Mischlinge dieser beiden Unterarten und damit nutzlos für den Artenschutz. Auswildern kann man solche Tiere natürlich auch nicht.

Und so soll das Ganze passiert sein: Bis in die 1980-er Jahre gelangten Gorilla-Wildfänge vor allem aus Kamerun in Zoos. Manche landeten auch nur mit dem Vermerk „Herkunftsland: Afrika“ in einem Tierpark. Um welche der beiden Unterarten es sich handelte, wurde oft nicht dokumentiert. Und so züchteten manche Zoos offenbar aus Unwissenheit die verschiedenen Gorillas-Unterarten durcheinander. Das Ziel, durch organisierte Nachzucht in Zoologischen Gärten eine Gorilla-Population zur Arterhaltung aufzubauen, weil die Tiere in freier Natur besonders stark bedroht sind, wäre in Frage gestellt, wenn sich die Vorwürfe von „Pro Wildlife“ als richtig erweisen.

2 Kommentare in “Arten-Wirrwarr bei Gorillas?

  1. Ist das denn eine Art „Inzucht“ oder ist es kein Problem, die beiden Arten miteinander zu vermischen?

  2. @Marion
    „Inzucht“ ist das nicht – da hätten sich ja eng miteinander verwandte Tiere verpaart. Aber es kommt eben keine reine Art heraus, wenn man mit unterschiedlichen Unterarten von Gorillas züchtet. Und die Zoos wollen ja dazu beitragen, die Gorilla-Arten zur erhalten, die in freier Natur vom Aussterben bedroht sind. – Ich denke, an diesem Punkt setzt die Kritir von „Pro Wildlefe“ an.

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