Premiere bei den Pelikanen

Zwei junge Pelikane im Nürnberger Tiergarten – das ist wieder so eine Meldung, die auf den ersten Blick niemanden vom Hocker reißt. Auf den zweiten Blick aber ist sie durchaus interessant. Denn mit den am 6. und 12. Juni geschlüpften Jungvögeln wurden erstmals in diesem Zoo Pelikane nicht von Hand – also von Tierpflegern – aufgezogen, sondern ganz natürlich von den Eltern.

Die bisherigen Handaufzuchten hatten ihren Grund. Denn das Brutgeschäft auf der Insel im vorderen Vogelweiher des Tiergartens ist normalerweise ein ziemlich gefährliches Unterfangen. Dort leben sehr viele frei lebende Krähen, die sich gerne an Eiern und Jungvögeln vergreifen. Und so gehen die Pfleger sonst lieber auf Nummer sicher, legen die Eier in den Brutapparat und ziehen die Küken dann von Hand auf.

In diesem Jahr aber machten die Krähen weniger Druck, und den Pelikanen gelang es, ihre Brutinsel zu verteidigen. Deshalb wagte man im Tiergarten die natürliche Aufzucht, die die Eltern gut hinbekommen haben, wie die beiden Jungvögel beweisen: Sie bringen mittlerweils stattliche sechs bis acht Kilo auf die Waage. Am meisten erstaunt waren die Tierpfleger, als die Pelikan-Eltern ihren Nachwuchs schon im zarten Alter von vier, fünf Wochen, mit ins Wasser genommen haben – da hatten die Jungen erst einen zarten Flaum. Doch das Baden ist ihnen offensichtlich bestens bekommen. Die Zoo-Mitarbeiter konnten außerdem beobachten, dass die Jungvögel aus den letzten zwei Jahren – durchwegs Handaufzuchten – mitgeholfen haben, die beiden Babys durchzubringen: Sie bewachten sie auf der Brutinsel, wenn die Eltern auf Nahrungssuche auf dem Weiher unterwegs waren.

Neben diesen beiden natürlichen Pelikan-Aufzuchten haben die Pfleger auch in diesem Jahr zwei Eier in den Brutapparat gelegt und die am 7. und 14. Juni geschlüpften Jungen per Hand aufgezogen. So können die Besucher nun insgesamt vier junge Pelikane beobachten – zwei Rosapelikane und zwei Krauskopfpelikane.

3 Kommentare in “Premiere bei den Pelikanen

  1. @exclusive-home
    Der kleine Pelikan bleibt nicht so dunkel. Wenn er größer wird, bekommt er ein helles Gefieder wie seine Eltern

  2. Pingback: Achtung, Wolf! » Blog Archive » Handaufzuchten - und gar nicht verhaltensgestört

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