"Heuler" zurück im Meer

Ich finde, sie leisten eine tolle Arbeit: die beiden autorisierten Seehundstationen, die sich an der deutschen Nordseeküste um die „Heuler“ kümmern. Seehundbabys, die im Frühjahr geboren und dann von ihren Müttern verlassen werden, über den Sommer hochzupäppeln und dann wieder auszuwildern, erfordert viel Geduld, Zeit, Fachwissen und Liebe zu den Tieren.

Jetzt ist es wieder so weit: Die Seehundstation Friedrichskoog in Schleswig-Holstein hat die ersten
jungen Seehund-Waisen bei ihren Artgenossen ausgesetzt. Fünf Tiere wurden mit
einem Kutter zu einer Sandbank gefahren. Auch in der Station Norden-Norddeich in Niedersachsen werden junge Seehunde für die Rückkher in die freie Natur fit gemacht. Bald werden auch sie ins Wattenmeer gefahren und bei Niedrigwasser freigelassen.

Die Bilanz der Arbeit der Seehundstationen kann sich auch in diesem Jahr sehen lassen: Heuer wurden in Schleswig-Holstein 85 Heuler im Wattenmeer gefunden, 68 von ihnen haben die Mitarbeiter durchgebracht. In Niedersachsen stehen 71 Seehundbabys kurz vor der Auswilderung. Sie haben mittlerweile ein Gewicht von etwa 25 Kilo erreicht und regelmäßig für die Rückführung in ihre angestammte Heimat trainiert.  Sie müssen schließlich wirklich fit sein, denn in der Freiheit lauern  viele Gefahren, mit denen sie nun ohne menschliche Hilfe fertig werden müssen.