Ja wo stecken sie denn, die Otter?

Seit Jahren ärgern sich viele Besucher des Nürnberger Tiergartens, dass sie die Fischotter nie zu Gesicht bekommen. Die possierlichen Tiere, die in einer weitläufigen, naturnah gestalteten Anlage im sogenannten Aquapark des Zoos – in der Nachbarschaft von Eisbären, Seelöwen und Pinguinen – leben, verschlafen die meiste Zeit des Tages oder verstecken sich im dichten Gebüsch. Nur zur Fütterungszeit am Nachmittag werden sie aktiv und lassen sich blicken.

Ein neuer Revierleiter versucht nun, diesen unbefriedigenden Zustand zu ändern. Er möchte das Füttern auf zweimal täglich – mit jeweils kleineren Portionen – verteilen. Außerdem trainiert er die Otter mit einem „Target“. Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „Ziel“. Im diesem Fall ist es ein Ast, der an einem Ende dick mit einem gelben Band umwickelt ist. Die Otter sollen aus dem Wasser hochspringen und mit der Nase das Target berühren. Dann gibt es zur Belohnung einen Leckerbissen.

Dieses Training soll in die Fütterung eingebunden werden, die außerdem kommentiert werden soll – so wie bisher schon bei den Delfinen, Seelöwen oder Pinguinen. Die Zoobesucher erfahren dann etwas darüber, wie die Fischotter im Zoo und in freier Natur leben, wie sie sich ernähren, fortpflanzen usw. Wenn diese Pläne umgesetzt werden, wird das mit Sicherheit eine Bereicherung fürs Publikum. Hoffentlich gelingt die Realisierung!

Wer mehr über die Fischotter im Nürnberger Tiergarten erfahren möchte, kann diesen Artikel, den ich für die „Nürnberger Zeitung“ geschrieben habe, lesen (Erscheinungstag: Samstag, 8. August).