Nistplätze von Mauerseglern in Gefahr!

Es sind tolle Vögel: Mauersegler werden nicht zu Unrecht als „Akrobaten der Lüfte“ bezeichnet. Bis zu 150 Stundenkilometer schnell schießen sie durch die Luft, und sie sind imstande, monatelang ohne Unterbrechung zu fliegen. Fast ihr gesamtes Leben spielt sich in der Luft ab: jagen, fressen, schlafen, ja sogar die Paarung.

Aber eben nur fast das ganze Leben. Denn eine Sache funktioniert auch bei den Mauerseglern nicht in der Luft: das Brutgeschäft. Mauersegler brauchen geeignete Nistplätze. Und die finden sie meist mitten in den Innenstädten, selbst im größten Trubel. Mauersegler suchen sich gezielt Ritzen und Mauernischen, häufig im Dach oder am Übergang zwischen Dach und Hausfassade aus. Dabei sind sie ortstreu und kehren immer wieder an denselben Brutplatz zurück.

Doch immer häufiger gehen die Vögel bei der Suche nach Niststätten leer aus, und das – so vermuten Experten – ist der Grund dafür, dass ihr Bestand immer weiter zurückgeht. Schuld daran sind oft Haussanierungen, egal ob an Altbauten oder an Hochhäusern der 1960er/1970er Jahre. Bei der Sanierung werden Mauerschäden beseitigt und Zugänge zum Dachraum geschlossen – und damit gehen ideale Brutstätten verloren.

Viele werden es nicht wissen, aber Bauherren sind per Gesetz verpflichtet, für verloren gegangene Nistplätze von Mauerseglern Ersatz zu schaffen. Wie das geht? Mithilfe von Niststeinen oder speziellen Nistkästen, die der Bund Naturschutz zu erschwinglichen Preisen anbietet: Es gibt verschiedene Modelle zum Integrieren in die Fassade, zum Einsetzen in die Isolation oder zum Montieren an die Hauswand. Bauherren, die sich beraten lassen wollen, können das beim Bund Naturschutz tun.