Falsch verstandene Tierliebe

Jetzt, in der Urlaubszeit, schießen viele Menschen mit ihrer vermeintlichen Tierliebe weit übers Ziel hinaus. Gerade wir Deutschen neigen dazu, uns – vor allem in südlichen Ländern – um herrenlose Hunde und Katzen zu kümmern. „Mein Gott, die Armen, die sind ja so dürr“, entrüsten sich manche Touristen und meinen, sie müssten die bedauernswerten Kreaturen füttern. Das tun sie dann auch, so lange, wie eben die Ferien dauern.

Doch Tierschützer warnen: Den Tieren hilft man damit nicht wirklich. Denn was passiert, wenn der Urlaub zu Ende ist? Dann haben sich die Tiere an die plötzliche Zuwendung gewöhnt und vermissen sie umso schmerzlicher.

Deshalb raten Tierschützer, Tierfreunde sollten sich lieber an Tierschutzorganisationen am Urlaubsort wenden und deren Arbeit durch Spenden unterstützen. Mit diesem Geld könnten z.B. Katzen kastriert oder kranke und schwache Tiere behandelt werden.

Menschen, die sich für ganz besonders tierliebend halten, wollen manchmal auch den einsamen Hund vom Strand, mit dem sie sich im Urlaub angefreundet haben, mit nach Hause nehmen. Doch das kann einen ganzen Schwanz von Problemen nach sich ziehen: Die Tiere haben im Normalfall keinen Impfschutz oder leiden möglicherweise sogar an Krankheiten. Es gilt, eine Reihe von Einreisebestimmungen für Tiere zu beachten, damit man nicht schon am Flughafen mit seinem Vierbeiner abgewiesen wird. – Also: Man sollte lieber versuchen, den Tieren vor Ort zu helfen, als solche zweifelhaften „Rettungsversuche“ zu unternehmen.