Niederschmetternd: Die neue Rote Liste

Es ist ein Trauerspiel: Die neueste Ausgabe der Roten Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten, die jetzt von der Weltnaturschutzunion IUCN veröffentlicht wurde, malt ein düsteres Bild. Von den 47 677 untersuchten Tier- und Pflanzenarten sind 17 291 bedroht – noch einmal mehr als bei der letzten Erhebung zur Jahresmitte. Dabei sollte die Aussterberate eigentlich ab kommendem Jahr gesenkt werden. Das wird laut IUCN nicht mehr zu schaffen sein.

Am schlechtesten sieht es für die Amphibien aus: Von den 6285 bekannten Arten sind fast ein Drittel – nämlich 1895 Arten – vom Aussterben bedroht. Nun sind Tiere wie Frösche, Kröten, Unken, Molche und Salamander den meisten Menschen möglicherweise nicht sonderlich sympathisch. Aber auch ein Blick auf die Säugetiere auf der Roten Liste verheißt nichts Gutes: 21 Prozent der Säugetiere gelten demnach als akut gefährdet, ebenso wie 12 Prozent aller Vögel, 28 Prozent der Reptilien und 37 Prozent der Süßwasserfische.

So mancher Zeitgenosse mag das alles für Zahlenspielerei, vielleicht auch für Schwarzmalerei halten. Und er wird nicht wahrhaben wollen, dass fast ausschließlich durch den Menschen verursachte Umweltveränderungen verantwortlich für den Artenschwund sind.  Es macht aber keinen Sinn, die Augen davor zu verschließen. Wenn Arten von unserer Erde verschwinden, hat das schnell Folgen für das ökologische Gleichgewicht. Und wenn wir die erst einmal alle zu spüren bekommen, ist es zu spät.

Regelmäßig wird die Rote Liste der bedrohten Arten aktualisiert. Die Warnungen der Umweltschützer sind nicht neu. Sie dürfen nicht länger beiseite gewischt werden.

1 Kommentar in “Niederschmetternd: Die neue Rote Liste

  1. Wann merken wir endlich, dass es bereits zehn nach zwölf ist?
    Die ökologischen Schäden, die durch den Artenschwund verursacht werden, sind durch nichts wieder gut zu machen. Aber wen kümmert’s
    denn wenn Ödlandschrecke, Ameisenlöwe etc. endgültig verschwunden sind? Die Leute werden doch erst wach, wenn es ihnen
    an den Geldbeutel geht. Solche Artikel, wie oben, werden gelesen und
    es heisst im besten Falle dann „ach, wie schrecklich, schon wieder eine
    Froschart ausgestorben“ und am nächsten Tag wird hingegangen und für die Umgehungsstrasse durchs Naturschutzgebiet unterschrieben.
    Der schöne Satz: „erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“ trifft es haargenau.

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