Kamele belagern australisches Dorf

Die Natur schlägt irgendwann zurück, wenn Menschen zu stark in ihre Abläufe eingreifen oder die Umwelt rücksichtslos ausbeuten.

urn:newsml:dpa.com:20090101:091125-99-04501Ein Beispiel dafür gibt es gerade wieder in Australien. Im Norden des Landes sind wilde Kamele  in ein 350-Seelen-Dorf eingefallen, das von Wüste umgeben ist. Die Tiere waren nach der wochenlangen Dürre auf der verzweifelten Suche nach Wasser. Als sie nirgendwo anders eine Stelle fanden, um ihren Durst zu löschen, machten sie sich schließlich über die Ablaufrinnen der Klimaanlagen auf den Dächern und über Abwasserrohre her.

Nun handelt es sich aber nicht um ein paar vereinzelte Tiere. Es sollen inzwischen Tausende von Tieren sein, die das kleine Dorf belagern und von der Umwelt abgeschnitten haben: Sie machen Starts und Landungen auf dem Mini-Flughafen des Dorfes unmöglich.

Wie man der Tiere Herr werden soll, weiß derzeit niemand so recht. Die Kamele mit Helikoptern zu vertreiben, dürfte nicht viel bringen, weil sie höchstwahrscheinlich bald wiederkommen würden. Manche der Bewohner verlangen schon den Abschuss der Kamele.

Ein wenig absurd ist an der Kamelplage, dass die Tiere ursprünglich gar nicht in Australien vorkamen. Man hat sie vor Jahrzehnten ins Land gebracht, weil sie Lasten durch die Wüste transportieren sollten. Diese Aufgabe haben inzwischen aber längst Autos übernommen. Man ließ die Kamele einfach frei. Ihnen blieb praktisch keine andere Aufgabe mehr, als sich zu vermehren – und das taten sie dann auch, und wie! Inzwischen ist ihre Zahl auf über eine Million angewachsen.

2 Kommentare in “Kamele belagern australisches Dorf

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