Flocke hat Geburtstag!

Flocke_091209_2Happy Birthday, Flocke!!

Das Eisbären-Mädchen im Nürnberger Tiergarten wird heute, am 11. Dezember, zwei Jahre alt. Die Tiergartenleitung will auch in diesem Jahr kein Brimborium um Flockes Geburtstag machen. Ich finde das o.k. Es ist einfach nicht angemessen, Zootiere so zu vermenschlichen, dass man ihren Geburtstag feiert. Und der Wirbel um Flocke hat sich ja auch längst gelegt.

Ganz anders läuft es nach wie vor im Berliner Zoo. Da wurde vor einigen Tagen – genauer: am 5. Dezember – Eisbär Knut drei Jahre alt. Dieses Ereignis wurde mediengerecht inszeniert: Hunderte von Zoobesuchern standen vor Knuts Gehege und jubelten, als der Eisbär seine „Geburtstagstorte“ überreicht bekam: Einen mit Obst und Gemüse gefüllten Eisblock, wie ihn Flocke, aber auch Rasputin oder Vera in Nürnberg als Leckerbissen zwischendurch auch immer wieder mal bekommen – allerdings steckten bei Knut noch drei Fische als „Geburtstagskerzen“ obendrauf. Außerdem gab es für Knut ein Brot, das in Form einer Drei gebacken war, und einen Jutesack, auf den eine Drei gestickt war, mit dem Knut übermütig umhertollte. Die Feier wurde musikalisch vom Fanclub „Knut forever“ abgerundet: Der schmetterte ein Geburtstagsständchen.

Eine Eisbombe gibt es in Nürnberg für Flocke an ihrem zweiten Geburtstag vielleicht auch, aber die wird dann einfach im Rahmen der täglichen Fütterung der Eisbären ins Wasserbecken geworfen. Bestimmt denken alle Tiergarten-Mitarbeiter an diesem Tag auch mehr als sonst an die Zeit zurück, als Flocke ein kleines hilfloses weißes Fellbündel war und den Nürnberger Tiergarten in der ganzen Welt berühmt gemacht hat.

Inzwischen ist im Aquapark des Tiergartens längst wieder Normalität eingekehrt. Die Besucher freuen sich an Flocke und ihrem Spielgefährten Rasputin, aber ebenso auch an Flockes Mutter Vera. Es gibt zum Glück keinen solchen Trubel wie um Knut. Außerdem müssen wir uns langsam an den Gedanken gewöhnen, dass Flocke zusammen mit Rasputin Nürnberg bald in Richtung Südfrankreich verlässt- ich habe es hier ja schon berichtet.

In der Lokalredaktion der NZ haben uns einige Briefe von Leuten erreicht, die überhaupt nicht verstehen, dass die Tiergartenleitung Flocke an einen anderen Zoo abgibt. Sie haben Flocke und auch Rasputin einfach zu sehr ins Herz geschlossen. Allerdings war bei Rasputin von Anfang an klar, dass er nur vorübergehend in Nürnberg untergebracht wird, um Flocke Gesellschaft zu leisten, damit sie gemeinsam mit einem Artgenossen aufwachsen kann. Bei Flocke hat die Zoodirektion immer betont,  sie werde unter Umständen nicht immer am Schmausenbuck bleiben. Nachdem sie sich jetzt mit Rasputin so gut versteht, wäre es sicher viel schlimmer für sie, wenn nur Rasputin nach Antibes ginge und sie allein zurückbliebe.

Also wünschen wir Flocke lieber, dass aus den beiden Spielgefährten Flocke und Rasputin eines Tages ein Eisbären-Paar wird, das selbst niedliche Eisbären-Babys bekommt. Und wir wünschen Flockes Mutter Vera, dass beim nächsten Mal alles klappt, wenn sie wieder Nachwuchs hat. Dann wäre für uns Besucher der Verlust von Flocke gleich viel leichter zu verschmerzen.