Kampfstiere werden arbeitslos

urn:newsml:dpa.com:20090101:091216-99-01827Stierkampf ist für jeden Tierfreund oder Tierschützer – um sprachlich beim Thema zu bleiben – ein rotes Tuch. Seit Jahren haben Tierschutz-Organisationen mit unterschiedlichsten Kampagnen versucht, etwas gegen diese grausamen Spektakel zu unternehmen. Ohne Erfolg – es schien, als seien die „Corridas“ aus dem spanischen Kulturgut einfach nicht wegzudenken.

Doch manche Probleme lösen sich von ganz allein. Nicht Tierschützer dürften dem Stierkampf den Garaus machen, sondern der Lauf der Zeit. Die Spanier verlieren einfach das Interesse an dieser jahrhundertealten Tradition – der Stierkampf kommt aus der Mode. Eine Veranstaltung, die immer weniger Zuschauer anlockt, befindet sich irgendwann auf dem absteigenden Ast.

In Katalonien gibt es zum Beispiel nur noch eine einzige Arena, in der regelmäßig Stierkämpfe stattfinden: „La Monumental“ in Barcelona. In anderen  Städten ließ man schon vor Jahren die Arenen abreißen, weil sie bei Kämpfen halb leer standen. Jetzt haben auch noch Abgeordnete des Regionalparlaments von Katalonien mehrheitlich ein Volksbegehren für ein Verbot des Stierkampfs gebilligt. Das Verbot tritt damit aber noch nicht in Kraft, es muss vorher erst verschiedene Ausschüsse durchlaufen.

Ob ein Verbot kommt oder nicht, ist wahrscheinlich gar nicht mehr so wichtig. Denn man spricht bereits davon, dass der Stierkampf in ganz Spanien in einer tiefen Krise stecke. Das Publikum besteht fast nur noch aus alten Männern. Und deshalb finden auch immer weniger „Fiestas“ statt.

Das wiederum hat zur Folge, dass die Kampfstiere sozusagen arbeitslos werden. Die Züchter können mit den überflüssigen Tieren nichts anfangen. Nicht einmal sie zu schlachten lohnt sich: Weil die Kampfstiere älter sind als Mastvieh, ist ihr Fleisch längst nicht so zart und wird deshalb nicht gekauft.

Alles in allem kann man also von einer guten Nachricht für Tierfreunde sprechen – und die scheinen manche Leser meines Blogs zu bevorzugen, wie etwa „noske“ in einem Kommentar zu diesem Beitrag.

1 Kommentar in “Kampfstiere werden arbeitslos

  1. Das sehe ich ganz genauso Senora Uwo. Dafür haben die stolzen Spanier den „Stierkampf“ auf der Tanzfläche wieder neu entdeckt:
    Der Flamenco ist gerade absolut hip – nicht nur in Andalusien.
    Es ist ein deutlich größerer Genuß diesem Tanz zuzuschauen als
    dem blutigen Szenario in der Arena beizuwohnen!

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