Arme Schweine!

Es ist unglaublich, was Tiere im sogenannten Dienst der Wissenschaft alles erleiden müssen. Ein besonders krasser Fall hat sich gerade wieder in Österreich zugetragen und führte zu wahren Proteststürmen. Nicht etwa Ratten oder Mäuse wurden dort das Opfer grausamer Tierversuche, sondern – Schweine. Wohl weil sie uns Menschen so ähnlich sind, die Ärmsten!

lawinengefahrWas ist passiert? – Im Ötztal verschütteten Wissenschaftler der Uni Innsbruck 29 Schweine im Schnee, um sie beim langsamen Ersticken und Erfrieren zu beobachten. Die Mediziner wollten neue Erkenntnisse über die Umstände des „weißen Todes“ und die Überlebenschancen von Lawinenopfern gewinnen. Langfristig sollten also  Menschenleben gerettet werden. Den Versuch starteten sie am Dienstag und brachen ihn am Donnerstagabend ab, weil es landesweit zu Protesten kam; ob er nochmals gestartet wird, ist unklar.

Bisher mussten zehn Schweine den Profilierungsdrang der Forscher mit ihrem Leben bezahlen. Viele Tierschützer bezeichneten das Unterfangen als unfassbar, unethisch und widerwärtig. Sie forderten, die Aktion zu beenden. Die Forscher mussten sich aber letztlich nicht nur Tierschutz-Organisationen beugen: Auch das Land Tirol und die österreichische Bergrettung distanzierten sich von dem Versuch.

Ursprünglich war geplant, dass ungefähr zwei Wochen lang täglich weitere zwei bis drei Schweine im Ötztal in einer simulierten Lawine eingegraben werden. Die Tiere wurden für den Versuch betäubt und an Geräte angeschlossen. Je nach Größe der Atemhöhle verfolgten die Wissenschaftler über Minuten oder Stunden das langsame Ersticken der Schweine. Wieder andere Tiere wurden nur bis zum Kopf im Schnee vergraben und beim Erfrieren beobachtet. Danach wollten die Forscher Gewebeproben von den toten Schweinen nehmen.

Zunächst bestanden die Forscher noch auf der Weiterführung des Versuchs. Doch dann beugten sie sich am Donnerstagabend
dem öffentlichen Druck – dem Himmel sei Dank! Manche Menschen glauben offenbar, sie könnten sich der Schöpfung gegenüber wirklich alles herausnehmen.

2 Kommentare in “Arme Schweine!

  1. Was wollte man denn da für Erkenntnisse gewinnen?
    Ich schlage den „Wissenschaftlern“ dafür einen Selbstversuch vor.
    Kollegen können die Erkenntnisse ja dann auswerten.
    Das ist ja wirklich unglaublich!

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