Jägern droht die Hölle

Was ist nur los mit unserer Welt? In Australien gibt es Kamel-Plagen, in Russland eine Antilopen-Invasion: In der ostsibirschen Baikal-Region wurde, nachdem dort rund 40 000 ausgehungerte Tiere aus der benachbarten Mongolei eingefallen waren, der Notstand ausgerufen. In der Nähe der Grenze drängen sich über 60 000 weitere Mongolei-Gazellen, weil sie wegen des harten Winters kein Futter mehr finden. Die Jagd auf die Tiere bleibt – zumindest in Russland – trotzdem verboten, denn Mongolei-Gazellen stehen dort auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Sie sind so selten, dass es in unserem Archiv kein Foto gibt – ich hätte sie gerne hier abgebildet. Selbst bei „Wikipedia“ ist kein Foto, sondern nur eine Zeichnung zu finden.

Polizei und Umweltbehörden informieren die Bevölkerung in Sibirien jetzt eigens auf Flugblättern über das Jagdverbot. Wie wirksam das ist, bleibt abzuwarten. Denn wer will in einer solchen Region, noch dazu bei strengstem Frost, schon kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird? Und wer meldet da schon Wilderer? Aus der Kamel-Belagerung in Australien haben wir jedenfalls gelernt, dass derartige Geschichten für Tiere schnell ganz schlecht ausgehen können.

Immerhin: Einigen der wilden Kamele in Down Under winkt inzwischen Rettung – und zwar von anderswo auf der Welt. Eine Gruppe saudischer Tierfreunde hat im Internet eine Kampagne für die Wüstenschiffe gestartet. Die frommen muslimischen Tierschützer beziehen sich auf den Koran. Darin heißt es im 17. Vers der 88. Sure:

Sehen die Ungläubigen denn nicht die Kamele, wie sie geschaffen worden sind.

Menschen, die Kamelen Leid antun, wird im Koran außerdem schwere Strafe – sprich:  die Hölle – angedroht. Die Saudis wollen deshalb die wilden australischen Kamele dorthin bringen, wo sie geliebt und respektiert werden. – Über die Tierliebe der Moslems habe ich mich kürzlich erst in einem Kommentar zu meinem Beitrag über die Wolfsjagd in Schweden freuen können. Eine Muslima hatte dort deutlich gemacht, welcher Respekt in ihrer Religion nicht nur Menschen, sondern auch Tieren entgegengebracht wird.

10 Kommentare in “Jägern droht die Hölle

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  2. Ach so, weil die Damen und Herren Moslems alle so ganz arg tierlieb sind und ganz doll Respekt vor Tieren haben müssen auch die Schlachtiere dort durch einen Kehlschnitt mit anschließenden Ausbluten und ca. 5 minütigen quallvollem Todeskampf geschlachtet werden. Sagt der Koran bzw ein gewisser Herr Mohammed. Und wenn es dann ein Gesetz in Deutschland gibt, dass das verbietet wird mit dem Argument „Religionfreiheit“ bis vors Bundesverfassungsgericht gegangen, auf dass man hier weiter auch in Deutschland Tiere auf diese Art und Weise in den Tod quälen darf. Unfassbar, dass das BVerfG dies dann auch noch durchgehen liess. Liegt wahrscheinlich daran, dass die Juden ihre Schlachttiere auf die gleiche Weise um die Ecke bringen. Ich glaube, Sie leben mit Ihren naiven Ansichten über den Islam in einer Traumwelt.

  3. @ Wolferl
    Ich schätze Ihre Kommentare zu meinen Beiträgen immer sehr – auch in diesem Fall. Nur mit Ihrem letzten Satz kann ich mich überhaupt nicht anfreunden. Ich weiß sehr wohl, wie gefährlich manche Richtungen des Islam sind. Auch das Schächten von Tieren, das er mit dem Judentum gemeinsam hat, lehne ich natürlich ab. Das steht für mich aber nicht im Widerspruch dazu, mich darüber gefreut zu haben, dass eine Muslima erstens mein Blog liest und zweitens auch noch einen Kommentar zu einem Beitrag abgibt. Denn viele Leser lesen die Beiträge zwar, haben aber keine Lust oder keine Zeit, selbst etwas dazu zu schreiben. Ich glaube außerdem, dass Muslims – mal abgesehen vom Kehlschnitt bei den Schlachttieren – den Tieren als Geschöpfen Gottes viel Respekt entgegenbringen. Und ich bin nicht der Meinung, dass das eine naive Sichtweise ist.

  4. @ uwo Es mag Moslems mit Respekt vor Tieren geben. Es gibt mindestens genau so viele die keinen Respekt haben. Selbiges gilt für Christen, Juden, Buddisten, Taoisten, Atheisten etc. . Unterschwellig einer Religion bzw. Religionen allgemein hier einen „Respektsvorsprung“ einzuräumen finde ich daneben. Und der Satz: „Moslems haben Respekt vor Tieren, abgesehen von Schlachttiern“ ist in sich schlicht unlogisch.

  5. @ Wolferl
    Also: Ich will und wollte nie eine Religion über andere stellen und auch dem Islam keinen „Respektvorsprung“ in Sachen Tiere attestieren. Damit möchte ich es hier bewenden lassen und mich für Ihr reges Interesse an diesem Blog und speziell dieser Frage bedanken.

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  7. Sehr geehrter Herr Wolferl,

    ich möchte Ihnen gerne das Buch „Erlaubtes und Verbotenes im Islam“ von Jusuf Al-Quaradawi empfehlen, dort ist sehr genau und detailliert erklärt, wie Tiere geschlachtet werden und warum sie so geschlachtet werden, was erlaubt ist zu essen und was nicht und was die sonstigen Praktiken des Islam angehen.

    Bavaria Verlag und Handel GmbH
    Franz-Joseph-Str. 31
    München
    089-39 20 88-89

    Wie sterben denn hier „unsere“ Rinder z.B. Nach qualvollem Hin- und Herfahren durch die Hitze in Containern, Hunger und Durst leidend. Nach der Betäubung bekommen sie noch alles mit, ist das besser?
    Beim Schächten muß ein Tierarzt dabei sein, der alles kontrolliert und es wird der Name Gottes darüber gesprochen „Bismillah-hir-rahmani-rahim (Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen). Zudem wird es vor jedem Essen gesprochen, was man zu sich nimmt.
    Außerdem ist es j e d e r Religion nicht erlaubt, Schweinefleisch und fließendes Blut zu essen (z.B. Blutwurst), dies möchte ich auch einmal erwähnen, auch nicht im Christentum!!!
    Dem Muslim ist es erlaubt, das Fleisch von „den Besitzern der Schrift“, also Judentum und Christentum zu essen, es muß der Name Allahs darüber gesprochen werden.

    Was das Quälen von Tieren angeht, dann fahren Sie doch mal nach Cran Canaria, dort werden jeden Mittwoch 80 Hunde in der Tötungsstation entledigt, weil sie ja so lästig sind oder in Rumänien, wo sich der Bürgermeister sich genauso einer Tötungsstation bedient. Oder das Abschlachten der Robben, die „niedlichen kleinen puscheligen Babies“oder Singvögel in Italien und Malta, wo alle so gerne Urlaub machen? Abgesehen davon, dass die Japaner Delphine und Wale morden bis das Meer blutrot ist! Von der brutalen Tötungsweise von Hunden und Katzen in China will ich gar nicht sprechen.

    Ferner möchte ich erwähnen, dass ein „gewisser Herr
    Mohammad“ (Friede sei mit ihm) der Gesandte Gottes ist und nur in SEINEM Auftrag handelt. Der Koran ist innerhalb von 23 Jahren dem Propheten Mohammad vom Erzengel Gabriel übersandt worden. Wort für Wort und kein Mensch wird diesen Koran bis zum Ende verändern können. So steht es geschrieben.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sabine Sener

  8. AUSKUNFT EINES FACHMANNES ÜBER DIE SCHÄCHTUNG:

    Vor dem Schlachten wird ein Gebet gesprochen.
    Von ausgebildeten Metzgern wird dem Tier Weihrauch zur Betäubung unter die Nase gehalten.
    Wenn das Tier dann ruhig geworden ist, wird es auf den Boden gelegt und seine Beine gefesselt. Dem Tier wird dann gezielt mit einem scharfen Messer die Halsschlagader durchtrennt, damit es vollständig ausbluten kann. Der Vorgang dauert ca. 2-3 Minuten.
    Der Tod tritt unmittelbar nach dem Durchtrennen der Halsschlagader auf.

  9. Liebe Sabine Sener,

    selbstverständlich reizt mich fast alles in Ihren Postings zum Widerspruch, aber ich glaube uwo will, dass dies ein Tier-Blog bleibt und nicht die 364.787te Islamdiskussionsrunde. Deshalb schweige ich hier stille.

  10. @ Wolferl
    Vielen Dank für die Rücksichtnahme! – Ich möchte aber keine Diskussion unterbinden. Wer meint, zu dem Thema noch etwas sagen zu müssen/wollen, der kann das gerne tun. Nur ich persönlich werde mich nicht mehr dazu äußern, da ich für meinen Teil alles dazu gesagt habe.

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