Schutzengel für Wölfe gesucht

urn:newsml:dpa.com:20090101:100126-99-03915„Die Wölfe kehren nach Deutschland zurück“, titelte kürzlich die Deutsche Presseagentur dpa einen Beitrag über Wolfsexperten in Sachsen-Anhalt. Dort haben sich in der Nähe des Truppenübungsplatzes Altengrabow sieben Wölfe angesiedelt – zwei erwachsene und fünf Jungtiere. Und das ist nicht der einzige Ort im Land, wo es wieder Wölfe gibt: Auch in der Oberlausitz (dort zuerst) sowie in Brandenburg sind sie heimisch geworden, in Bayern, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern wurden auch schon welche gesichtet. Deutschlandweit schätzt man ihren Bestand derzeit auf 60.

Das freut mich als Namensvetter natürlich (gibt es zu diesem Ausdruck eigentlich auch ein weibliches Pendant, etwa „Namensvetterin“ oder, moderner, „Namenscousine“?). Ich finde es auch toll, dass Spezialisten beauftragt sind, die Tiere wissenschaftlich zu beobachten – auf Neudeutsch heißt das „Monitoring“. Das führt zum Beispiel ein Wildbiologisches Büro in Spreewitz (Sachsen) mit dem schönen Namen „lupus“ durch.

Nach den Schreckensmeldungen über die Wolfsjagd in Schweden bin ich froh, wieder einmal gute Nachrichten über diese Tierart zu hören, die mir sehr am Herzen liegt. Deshalb möchte ich die „good news“ auch meinen Lesern nicht vorenthalten. Die Frage, wo denn bitteschön das Positive bleibe, wurde ja schon dem großen Erich Kästner immer wieder gestellt; der tat sich allerdings bekanntlich schwer mit der Antwort.

Aber zurück zu den Wölfen. Nach dem Naturschutzbund NABU, der den Aktionsplan „Willkommen Wolf“ aufgestellt hat, macht sich jetzt der WWF für die Wölfe stark. „Werden Sie Schutzengel für die Wölfe“, konnte man heute zum Beispiel in einer Anzeige in der „Nürnberger Zeitung“ lesen, verbunden mit der Aufforderung, bei der Rettung der Wölfe mitzuhelfen. Wer sich darüber informieren will, kann das  hier tun.

5 Kommentare in “Schutzengel für Wölfe gesucht

  1. Bei dem zunehmenden Bevölkerungsrückgang in Ostdeutschland wird die Zahl der Wölfe von alleine zunehmen. Die cleveren Biester brauchen dazu keinen Aktionplan für den man Leuten das Geld für Spenden aus der Tasche lockt. Die machen das von ganz alleine. Und Schutzengel brauchen die schon gar nicht.

    Persönlich freut mich das, weil Wölfe ausgesprochen soziale Tiere sind, die zudem dem gestörten Gleichgewicht von Wald und Reh- bzw. Rotwild helfen können. Trotzdem wird es zu immer mehr Konflikten mit Menschen führen, weil auch Wölfe sehr schnell kapieren, dass es sich in der Nähe zur menschlichen Zivilisation wesentlich leichter leben lässt als auf freier Wildbahn. Kontrollierte, aber konsequente Bejagung der Wölfe ist deshalb unerlässlich, sobald die Population ein gewisses Maß erreicht hat.

  2. Kann man sich denn da noch unbewaffnet in den Wald trauen oder muss man da jetzt immer ein Pfefferspray mit sich führen?

  3. Pingback: Achtung, Wolf! » Blog Archive » Tierische Olympia-Maskottchen

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