Neue Geldquelle für den Tiergarten

Der Tiergarten Nürnberg und seine Geldsorgen: Jetzt soll die Delfinlagune noch einmal teurer als geplant werden – um 1,25 Millionen Euro. Die Zooleitung schlägt nun neue Wege ein, um Geld zu beschaffen: Das Zaubermittel „Rhino-Rektio“ soll Geld in die leeren Kassen spülen.

RopenneuSo mancher Tiergarten-Besucher hat schon gefrotzelt: Wo sind bloß die Hörner der Nürnberger Nashörner geblieben? Und ganz Schlaue hatten auch gleich die Lösung parat: Pulverisiertes Nashorn-Horn ist in östlichen Kulturen zur Herstellung von Mitteln zur Potenzsteigerung äußerst begehrt – und bringt viel Geld ein. Da würden sich wohl einige Tierpfleger durch Hornpulver-Verkauf ihr Gehalt aufbessern, lautete die Schlussfolgerung. Zur Ehrenrettung der Tierpfleger sei gesagt: Dem ist nicht so.

Derartige Gerüchte haben den stellvertretenden Direktor Helmut Mägdefrau trotzdem auf eine Idee gebracht: „Unser Nashornbulle Ropen hat deshalb kein Horn, weil er es an rauen Stellen im Gehege immer abrubbelt. Warum soll man sich das nicht zunutze machen?“ Das auf den Boden fallende Hornmehl lässt sich einfach einsammeln. Zur preislichen Orientierung: An einem nach China geschmuggelten Horn verdient ein Wilderer bis zu 100 000 Dollar.

Also schritt man im Tiergarten zur Tat. Die Zooleitung ließ Praktikanten wertvolles abgewetztes Horn zusammenscharren. Die so gewonnenen Schätze wurden sorgsam gehortet und zur Weiterverarbeitung geschickt. – Wohin? Dazu will sich im Tiergarten niemand äußern, schließlich soll der Hersteller des Wundermittels nicht potenziellen kriminellen Übergriffen ausgesetzt werden.
Nur so viel sagt Mägdefrau zu dem geheimnisvollen Medizinmann: „Es ist jemand in der Metropolregion. Weite Transportwege wären gerade für den Tiergarten ökologisch nicht zu verantworten. Und das Geld soll auch ganz in der Region bleiben.“ Das Etikett für die Medizin-Fläschchen war schnell entworfen, der Name für das Mittel rasch gefunden: „Rhino-Rektio“ heißt es und soll dem Marktführer, der die berühmten blauen Tabletten produziert, Konkurrenz machen. Der große Vorteil von „Rhino-Rektio“-Tropfen: Sie enthalten nur natürliche Inhaltsstoffe.
Moralische Bedenken, mit einem solchen Produkt dringend benötigtes Geld für den Tiergarten zu verdienen, hat die Zooleitung nicht. Vielleicht könne man auf diese Weise sogar Nashörner in freier Wildbahn retten, die immer noch ausschließlich ihres Horns wegen gewildert werden.

5 Kommentare in “Neue Geldquelle für den Tiergarten

  1. Das ist doch wohl ein Witz? wer kauft denn so was? Die müssen ja gestört sein.

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