Castor-Transport durch Fürth

Törööö!,  lasse ich heute Benjamin Blümchen für mich trompeten. Der kleine Elefant kommt mir gerade recht für den Tusch zu diesem Blogbeitrag: Es ist nämlich die Nummer 400. Und da sollte es schon etwas Besonderes sein, worüber ich schreibe. Ich habe lange überlegt, welches Thema dafür passend wäre. Da kam mir vor ein paar Tagen der Zufall zu Hilfe, in Gestalt eines Artikels in den „Fürther Nachrichten“. Als Fürth-Fan und Tierfreund kann ich hier wieder einmal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es soll um den Biber in Fürth gehen.

Über „Castor fiber“, so sein wissenschaftlicher Name, habe ich mich in meinem Blog schon mehrfach ausgelassen, u.a. hier. Das war vor etwas mehr als einem Jahr. Inzwischen tut sich Neues an der Biberfront. Der emsige Nager legt nicht nur Büsche und Bäume um und führt Naturfreunde an der Nase herum, indem er sich ihnen einfach nicht zeigen mag, obwohl sie für diesen Anblick eigens Spezialführungen gebucht haben.

FeuerwehrbiberNein, jetzt beschäftigt er auch noch die Fürther Feuerwehr, und zwar nächtens, wie es sich jedes Bibers geziemt, der etwas auf sich hält. Eigentlich tut er gar nichts Feuerwehreinsatz-Verdächtiges. Er geht nur nachts ein wenig spazieren, entfernt sich dabei von seiner Flussauen-Heimat und beschließt – er ist ja ein Stadtbiber! -, ein Einkaufsbummel könnte mal ganz nett sein. Also nimmt er den Weg von Pegnitz, Regnitz oder Rednitz zur Stadt auf sich, in Richtung „Saturn“. Dort angekommen, ist er bass erstaunt, dass es keine Nachtöffnung gibt und schaut – logisch gedacht! – zum Lieferanteneingang, ob von da aus kein Weg in den Elektronikmarkt hineinführt.

In diesem Moment kommt ein Mensch ins Spiel, und das ist für ein Tier oftmals gar nicht gut. Eine Passantin sieht den Biber und ruft die Polizei. Die ist in Fürth nachts gewöhnlich mit ganz anderen Problemen beschäftigt und gibt den Schwarzen Peter respektive Braunen Castor an die Feuerwehr weiter. Und die erweist sich wieder mal als Profi: Warum kein Castor-Transport durch Fürth?, denken sich die Wehrmänner, und chauffieren den Biber durch die Stadt.

 

Es gibt nur ein Problem: Wohin mit dem ungefähr zehn Kilo schweren, 80 Zentimeter langen Gesellen, der während der Fahrt zu allem Überfluss aus seiner Transportkiste ausbricht? Soll man ihn in der Drei-Flüsse-Stadt an die Rednitz, die Pegnitz oder die Regnitz bringen? Leider hat er kein Schild mit seiner Adresse umhängen, und so bleibt es dem Schicksal überlassen, ob das Tier zur richtigen Biberburg zurückgelangt oder nicht, ob es von seiner Familie getrennt oder glücklich zu ihr zurückgeführt wird.

Das Pflichtbewusstsein der Fürther Feuerwehrmänner, die den Biber bei der denkwürdigen Fahrt, wie es sich gehört, auch noch fotografiert haben (und mir das Bild freundlicherweise zur Verfügung gestellt haben), in allen Ehren: Die Mühe und Kosten hätte man sich sparen können! Der Biber findet nämlich von ganz allein nach Hause, und zwar ganz sicher zur richtigen Adresse; darüber sind sich Tierschützer einig.

Sollte der Biber männlich gewesen sein, blüht der Feuerwehr nun vielleicht noch etwas ganz anderes: Im Feuerwehrauto scheint es ihm ja sehr gut gefallen zu haben. Und was wollen schon junge männliche Wesen bekanntlich später mal werden? – Genau: Feuerwehrmann! Vielleicht träumt auch unser Biber diesen Traum. Dann wird er sich noch oft des Nachts auf die Socken machen…

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