Verhungern junge Robben in der Nordsee?

urn:newsml:dpa.com:20090101:100412-99-04238Tja, gerade war ich noch in Feierlaune wegen meines 400. Postings und wegen der Feuerwehr-Transporte für den Fürther Biber, da vergeht mir das Lachen gleich wieder, als mich die Meldung von einem rätselhaften Robbensterben im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer erreicht: Dort sind fast alle jungen Seehunde, die im vergangenen Jahr zur Welt kamen, aus bisher ungeklärten Gründen eingegangen. Und niemand kann bisher sagen, warum.

Fast dreimal so viele Tiere wie sonst sind im letzten Herbst und Winter dort tot aufgefunden worden: der größte Teil des Jahrgangs 2009 . Selbst Experten können sich keinen Reim darauf machen. Es gibt die These, dass die jungen Seehunde an Unterernährung gestorben sind. Demnach sind infolge der Klimaveränderung  weniger Nährstoffe vom Atlantik in die Nordsee geströmt, was wiederum negative Auswirkungen auf den Fischbestand haben soll. Damit würde sich auch die Zahl der Beutetiere für die Robben reduzieren, die sich hauptsächlich von Krabben und Fischen wie z.B. kleinen Schollen ernähren. Und weil junge Seehunde noch nicht so lange tauchen können wie erwachsene, seien sie bei der Jagd benachteiligt.

Manche Forscher halten das allerdings für Unsinn. Einig sind sie sich aber darin, dass man dem rätselhaften Jungtriersterben auf den Grund gehen muss. Einziger Lichtblick bei der ganzen Angelegenheit: Im Vergleich zu 1975, als man mit der Robbenzählung in Schleswig-Holstein begonnen hat, gibt es jetzt rund fünfmal so viele: Beinahe 8500 Seehunde hat man im vergangenen Sommer erfasst, über ein Viertel davon waren Jungtiere. Da kann man nur gespannt in die Zukunft blicken und abwarten, wie es mit dem Robbenbestand in diesem Jahr weitergeht. Hoffentlich hat keine Trendwende von der positiven Entwicklung der letzten 35 Jahre eingesetzt!

Aktualisierung und Hoffnungsschimmer: Jetzt kommt die Meldung von den Nachrichtenagenturen, dass wenigstens die Zahl der toten Seehunde in Niedersachsen nicht deutlich angestiegen ist. Dort gab es 101 Totfunde – nur unwesentlich mehr als in den Vorjahren. Todesursache seien verschiedene Krankheiten.

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