Schon einen Kuckuck gehört?

Eigentlich wollte ich heute ja über die Kühe und Schafe in Island schreiben, die doch etwas mehr unter dem Vulkanausbruch zu leiden haben als die Reisenden, die nicht mehr von A nach B kommen, weil der Luftverkehr gesperrt  ist. Die Bauern in der Gegend um den Eyjafjallajökull müssen ihr Vieh in Sicherheit bringen, bevor es zu viel von der Vulkanasche frisst, die sich auf den Weiden in einer schmierigen Schicht abgesetzt hat. Die Asche enthält Fluorid, und dieser Stoff führt dazu, dass im Magen der Tiere Säure entsteht, die den Darm stark angreift. Dadurch kommt es zu Blutungen. Außerdem verbindet sich das Fluorid im Blut mit Kalzium. Das hat zur Folge, dass Knochen und Zähne spröde werden. Deshalb bringen die Bauern ihr Vieh in den Stall, verrammeln den so dicht wie möglich und füttern es mit sauberem Futter und Wasser.

Aber dann haben mich die Fotos zu dieser Meldung mit der widerlichen dicken Ascheschicht auf den sonst herrlich grünen Weiden und den in der Aschewolke herumirrenden Kühen so deprimiert, dass ich lieber über ein anderes Thema schreiben wollte. Eines, das zum Frühling passt, der endlich bei uns eingekehrt ist.

KuckuckUnd da bin ich sehr schnell beim Landesbund für Vogelschutz fündig geworden. Der hat zum dritten Mal seine Aktion „Schon gehört?  – Die Ankunft des Kuckucks“ gestartet, und ich finde, das ist eine gute Sache, an der man sich unbedingt beteiligen sollte. Worum geht es dabei? – Ganz einfach: Der LBV bittet darum, zu melden, wann und wo man den ersten Kuckuck dieses Jahres rufen gehört hat. Das kann man entweder per Telefon tun unter den beiden
Nummern 0 91 74/47 75 34 und 0 91 74/47 75 38 oder direkt online hier beim LBV.

Mit dieser Aktion will man herausfinden, ob und wie sich der Kuckuck an den Klimawandel anpassen kann. Viele Vögel kehren nämlich immer früher aus ihren Winterquartieren in Afrika zu uns zurück, auch die Arten, in deren Nester der Kuckuck für gewöhnlich seine Eier legt. Das birgt die Gefahr, dass der Kuckuck zu spät dran ist, um noch geeignete Nester zu finden.

Also: Draußen spazierengehen, dabei nicht Musik hören, sondern den wunderbaren Frühlingsgeräuschen der Natur lauschen – und wenn man das Glück hat, einen Kuckuck zu hören, das dem LBV melden! Viel Spaß!

3 Kommentare in “Schon einen Kuckuck gehört?

  1. Und dann muss mer anu aafn Geldbeidl globfn. Nachherd hod mer es ganze Joar gnuch Göld.

  2. Ja aber da kann doch gar nichts Verlässliches dabei herauskommen!
    Angenommen, ich gehe im Wald ( mit einigen anderen Leuten ) spazieren und höre einen Kuckuck rufen. Dann melde ich den, als ersten Kuckuck, den ich gehört habe. Gleichzeitig hören den aber noch -zig andere Leute und melden den auch. Dann werden aus einem Kuckuck -zig Kuckucke (Kuckucks) und in Wirklichkeit ist das nur ein einziger Kuckuck.
    Oder der Kuckuck ruft zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten (wohlgemerkt, immer derselbe Kuckuck!) da bekommen wir ja die wundersame Kuckuck-Vermehrung! Also ich halte diese Methode für nicht sehr effektiv!

  3. @ Herta Backhaus
    Doch, sie ist schon effektiv. Denn man meldet den Kuckucksruf mit der Ortsangabe und dem Zeitpunkt, und man meldet das Ganze unter seinem richtigen Namen. So kann der LBV erkennen, dass es sich um einen Kuckuck gehandelt haben muss, den eben gleichzeitig mehrere Leute gehört haben. Und man geht davon aus, dass die Meldungen wahrheitsgemäß erfolgen, was aber bei solchen Verfahren auch immer ganz gut klappt.

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