Wie schnell kann Felix Vera becircen?

FelixVeraFelix ist zurück im Nürnberger Tiergarten. Der Eisbärenbulle hat den Transport aus Dänemark weggesteckt wie nichts. Schon nach der ersten Nacht in seinem früheren Zuhause drängte es ihn aus dem Stall und hin zu seiner alten Liebe Vera. Die Zooleitung  hat die zwei schneller wieder zusammengelassen als ursprünglich geplant. Man hofft, dass sich Vera und Felix möglichst bald paaren und im nächsten Winter wieder flockig-weiße Bärchen das Licht der Welt erblicken.

Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass diese riesigen Landraubtiere lange Autofahrten schadlos überstehen – Felix hat ihn geliefert. Es ist immerhin schon der sechste Transport, den er in seiner Mission als begehrter Zuchtbulle in europäischen Zoos hinter sich gebracht hat. Er springt sofort in die Kiste, wenn er wieder auf Reisen gehen soll. Und der mächtige Bär steigt, am Ziel angelangt, genauso entspannt wieder aus.

Am Eisbärengehege hatte sich, seit bekannt wurde, dass Flocke und Rasputin bald nach Frankreich abreisen würden, tagtäglich eine Gruppe von etwa zehn Damen zusammengefunden. Zum Teil mit imposanten Fotoapparaten ausgerüstet, verharrten die Frauen tagelang vor der Anlage, um die wichtigsten Augenblicke nicht zu verpassen. Bei einigen hat es sogar Tränen gegeben als Flocke in der Transportbos aufs Auto verladen wurde.

Nun ist es also die große Frage, ob – und wenn ja, wann – Felix seine Vera decken wird. Das wird vermutlich ein paar Tage dauern. Eisbärendamen sind nämlich in der Lage, nachwuchstechnisch einiges so zu steuern, wie sie es gern hätten. Ist Vera wieder bereit für neue Babys, dann kann sie den Eisprung innerhalb weniger Tage kriegen. Die „Geburtenkontrolle“ geht noch viel weiter: Egal, wann es zur Paarung kommt – die wäre auch noch im Juni denkbar – die Geburt findet nie vor dem Beginn des Winters statt; die meisten Eisbärenbabys kommen im Dezember und Januar zur Welt. Das liegt an der sogenannten Keimruhe. Das Ei nistet sich zwar sofort ein, doch es verharrt über Monate hinweg in einer Ruheposition. Die eigentliche Schwangerschaft bzw. Tragzeit beginnt bei dieser Tierart erst, wenn sich die Bärin dafür fit genug fühlt, und das ist nicht vor September/Oktober der Fall. – Da heißt es also bei unserem Paar Vera und Felix: Abwarten und nicht die Geduld verlieren.