Die mit den Wölfen leben

WolfUnsere Welt ist gläsern geworden: Wer an Daten herankommen will, kriegt sie auch: Das Paradies auf Erden für gezielte Kundenwerbung. So flatterte mir dieser Tage eine Karte aus Freyung ins Haus, die mich zu einem Natur-Erlebnis-Wochenende unter dem Motto „Auf den Spuren der Wölfe“ in den Bayerischen Wald locken soll.

Klingt nicht schlecht, muss ich zugeben: Geführte Tour durch das Tierfreigelände mit Besuch des Wolfsgeheges, das ist natürlich für mich der interessanteste Programmpunkt. Und das Schlossfest rund um das Schloss Wolfstein klingt ebenfalls recht vielversprechend. Auch die nicht wolfspezifischen Ausflugsziele treffen genau meinen Geschmack: Besichtigung des weltweit längsten Baumwipfelpfades mit 44 Meter hohem Baumturm. Dort wollte ich schon immer mal hin, seit meine Kollegen in der „Nürnberger Zeitung“ darüber einen Artikel veröffentlicht haben. Schließlich stelle ich mir auch die geführte Wanderung durch die Wildbachklamm „Buchberger Leite“ sehr reizvoll vor, die als eine der beeindruckendsten Schluchtenlandschaften Bayerns angepriesen wird.

Und dass dann obendrein ein gefüllter Rucksack unter dem Motto „Hungrig wie ein Wolf “ zu den „Inklusivleistungen“ gehört – ich muss mich wirklich wundern: Woher kennen die nur alle meine Vorlieben? Ist man im – von uns Mittelfranken oft ein wenig hochnäsig so genannten -Bayerisch Kongo derart vertraut mit den Wölfen, dass sogar die Tourist-Information genau weiß, wie sie unsere Art am einfachsten um den Finger wickelt? Es scheint so: Die mit den Wölfen leben, kennen eben am besten wölfische Stärken und Schwächen.

Vielleicht sollte ich mir ernsthaft überlegen, mein Blog „Achtung, Wolf!“ umzubenennen? Lieber irgendeinen Tarn-Namen suchen? – Aber das ist ja das Problem: Wölfe können sich schlecht verstellen – sonst wären wir womöglich Füchse. Und das wäre dann eine ganz andere Geschichte…

2 Kommentare in “Die mit den Wölfen leben

  1. Etzt wo mer wieda des Dema Wolf ham, vielleicht könnad i da disgred an den Werwolf erinnern.

  2. @ mandy wagenknecht

    Also eines muss man Ihnen/Dir ja bestätigen: eine gewisse Hartnäckigkeit! Dieses Nicht-Lockerlassen erinnert mich fast schon an einen Terrier, der sich auch gern in Sachen verbeißt. Insofern passt es wiederum gut in mein Tier-Blog, außerdem sind Terrier meine Lieblingshunde.
    Aber: Zwischen Wolf und Werwolf besteht schon ein sehr, sehr großer Unterschied – das kann ich als echte Wolf aus eigener Erfahrung sagen. Deshalb wird es weiterhin noch Geduld brauchen, bis das Thema „Werwolf“ bei mir drankommt.

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