Spatz gleichzeitig Gewinner und Verlierer

SpatzneuDer Spatz (hier auf einem Foto von Monika Graf) ist Gewinner, aber gleichzeitig auch Verlierer der diesjährigen „Stunde der Gartenvögel“ des lbv.  Er konnte zwar seinen Spitzenplatz vom Vorjahr verteidigen, trotzdem ist die Anzahl der bei der Aktion gemeldeten Spatzen zurückgegangen. Fast 6500 Tierfreunde haben bei der mittlerweile sechsten Stunde der Gartenvögel in Bayern mitgemacht und 137 000 Vögel aus fast 4463 Gärten und Parks gemeldet. Das sind elf Prozent mehr als beim letzten Mal.

Auch wenn der Haussperling, meist der Einfachheit halber als „Spatz“ bezeichnet, an der Spitze geblieben ist: Bundesweit ist sein Bestand so stark zurückgegangen, dass bei der Zählung sogar lange Zeit die Amsel vor ihm lag und er sich erst gegen Ende der Aktion auf den ersten Platz vorschieben konnte. In München ist der Spatz sogar auf Rang 7 zurückgefallen.

Der Rauch- und Mehlschwalbe geht es auch nicht besser. Denn sogar in Unterfranken, das als Mehlschwalben-Hochburg gilt, wurden weit weniger Exemplare dieser Vögel gesichtet als noch im Vorjahr. Die Verantwortlichen der Aktion bei lbv und NABU haben außerdem erfreut eine Zunahme des Feldsperlings festgestellt, ebenso der Kohl- und Blaumeise.

Und dann stieß man auch noch auf ein interessantes Phänomen. Zugvögel wie der Star nutzen mittlerweile Vorteile, die ihnen der Klimawandel beschert: Weil es bei uns immer wärmer wird, ersparen sie es sich immer öfter, die Reise in südliche Gefilde anzutreten, die für sie ja mit vielen Gefahren verbunden ist. In Bayern schaffen sie es dadurch, früher und erfolgreicher zu brüten. Andere Vogelarten wie Rotkehlchen und Zaunkönig, die bisher als sehr kälteempfindlich galten, sind offenbar resistenter gegen Frost geworden und haben trotz des langen und kalten Winters kaum „Winterschäden“ erlitten.