Es gibt keine Geheimnisse mehr!

LoewenbabyEs gibt Informationen, die ein Zoo eigentlich lieber nicht nach draußen geben möchte, sondern erstmal unter Verschluss hält. Meist zum Wohl der Tiere, wie auch jetzt wieder im Nürnberger Tiergarten: Dort hat Löwendame Keera Nachwuchs. Mindestens ein Junges kam zu Welt, vielleicht auch mehrere, wie hier nachzulesen. Um die Löwin und ihren Nachwuchs keinem Besucherrummel und damit Unruhe auszusetzen, solange das Kleine bzw. die Kleinen noch nicht überm Berg ist/sind, hat die Zooleitung das freudige Ereignis erst mal verschwiegen.

Doch wie das so ist in unserer multimedialen Wunderwelt: Heutzutage kann so etwas, und sollte es noch so gut gemeint sein, einfach nicht mehr funktionieren. Jemand kriegt per Zufall die Geburt selbst mit oder entdeckt das Tierbaby kurz danach, schon ist ein Foto gemacht – meist per Handy. Und das Bild geht dann unter Umständen um die ganze Welt. Oder die Nachricht wird schnell getwittert, und schon ist das vermeintlich wohl gehütete Geheimnis keines mehr, sondern das Gegenteil, eine sich rasend schnell verbreitende Nachricht. Zoo-Gegner wittern natürlich sofort Verdacht. Warum meldet der Tiergarten so was nicht? Stimmt da womöglich etwas nicht, soll etwas vertuscht werden, ist das Baby gar krank? Schnell schießen in so einem Fall Spekulationen ins Kraut.

So war es auch heute in Nürnberg. Die Pressesprecherin des Tiergartens wurde durch den Anruf einer Boulevardzeitung überrascht, der ein Foto vom neugeborenen Löwenbaby vorlag und die nun Informationen darüber haben wollte. Die Zoosprecherin wusste selbst noch nichts von dem freudigen Ereignis und musste sich erst einmal kundig machen, um wenigstens ein paar dürre Informationen zusammenzukratzen.

Obiges Foto, das Zoobesucher Michael Knierieme gemacht hat, ist von der Qualität her eine Katastrophe und wäre früher nie in irgendeinem Medium abgedruckt bzw. gezeigt worden. Heute aber wird es allein durch seinen Neuigkeitswert interessant, egal ob das Löwenbaby nur ganz winzig hinter dem Baumstamm zu sehen ist und von der Mutter lediglich ein Stück Schnauze – wohl mehr zufällig! – ins Bild geraten ist. Schöne neue Medienwelt, kann ich da nur sagen!

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