Südafrikas Tiere leiden unter der WM

Es ist gekommen, wie es kommen musste: Die wunderbaren Nationalparks in Südafrika werden durch die Fußball-WM von Touristen geradezu überrannt. Das wäre vielleicht noch nicht sooo schlimm, aber leider führen die sich dort in ihrem WM-Taumel auf wie die bekannte Axt im Walde – und die Leidtragenden sind – wer sonst? – die Tiere.

NationalparksDummheit und Unverfrorenheit mancher WM-Touristen scheinen kaum noch steigerungsfähig zu sein, nach dem zu urteilen, was die Parkranger so berichten. Im Krüger-Nationalpark zum Beispiel sind Besucher aus ihrem Auto gestiegen und haben sich direkt vor einem Rudel Löwen fürs Fotoalbum ablichten lassen. Andere wahren, um tolle Tierfotos aus nächster Nähe  zu bekommen, keinerlei Abstand zu den Wildtieren. Die Ranger haben alle Hände voll zu tun, um die Touristen zur Räson zu bringen und in ihre Wagen zurück zu bugsieren. Weil offenbar alle glauben, die Tiere seien zahm wie in einem Streichelzoo, nehmen sie nicht einmal Angriffe der Tiere ernst. So haben sich Fans aus Lateinamerika bei geöffneten Autotüren fotografieren lassen, als ein Elefantenbulle auf das Fahrzeug zustürmte und einen Scheinangriff startete. Die Touristen lachten nur darüber, obwohl sie dem Tod näher waren, als sie es sich jemals hätten träumen lassen.

Dabei ist es in den Parks streng verboten, die Autos zu verlassen. Dieses Verbot wurde eingeführt, weil es in der Vergangenheit immer wieder tödliche Unfälle mit Wildtieren gegeben hatte. Außerdem wurden auf einigen Park-Strecken Radarfallen aufgestellt. Denn manche Urlauber überschritten die erlaubte Geschwindigkeit von 40 bis 50 Stundenkilometern um ein Mehrfaches. Im Krüger-Nationalpark, dem ältesten und beliebtetsten der Nationalparks in Südafrika,  wurde ein Fahrer geblitzt, der mit 132 Sachen unterwegs war! Geldbußen wurden auch schon gegen Touristen verhängt, die mit überlauter Musik aus dem Autoradio die Tiere beschallt haben. – Wer weiß, vielleicht fällt es solchen Leuten als nächstes ein, auf Vuvuzelas trötend durch so einen Park zu rasen? Wundern würde es mich jedenfalls nicht.

2 Kommentare in “Südafrikas Tiere leiden unter der WM

  1. Man oh man, wie respektlos kann man denn sein. Tiere sind auch Lebewesen. Wenn die dummen Menschen einfach ihr Leben riskieren wollen können sie es gerne machen aber die Tiere sollen die in Ruhe leben lassen.

  2. Wenn die Menschen so blöd sind, selber schuld, könnte man denken, aber so einfach ist das nicht.
    Ich will auch gar nicht richtig darüber nachdenken, was mit den Hunden und Katzen in den Städten passiert ist, wie damals, als in Griechenland die Olympiade war, verschwanden die Tiere spurlos. Diese Großveranstaltungen sind kein Segen für unsere Mitgeschöpfe.

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