Der ewige Streit über den Walfang

walfangEs gibt Themen, bei denen kommen die Vertreter gegnerischer Positionen einfach nicht näher zusammen. So ein Thema ist der Walfang. Der Streit darüber zwischen Ländern, die Walfang betreiben, und solchen, die die Meeressäuger streng schützen wollen, nimmt kein Ende. Bei Verhandlungen der Internationalen Walfangkommission, die kürzlich in Agadir stattfanden, wurde nicht der angestrebte Kompromiss über Walfangquoten erzielt. Der hätte folgendermaßen ausgesehen: Aussetzung des kommerziellen Fangverbots für einen Zeitraum von zehn Jahren. Im Gegenzug sollten Quoten für den Fang der Meeressäuger festgelegt werden, die niedriger sind als die Zahl der tatsächlich jedes Jahr getöteten Wale (das sind etwa 2000 pro Jahr).

88 Staaten haben an den Beratungen teilgenommen. Die großen Walfangnationen Japan, Norwegen und Island peilten eine Lockerung des kommerziellen Walfang-Verbots an und hätten dafür niedrigere Fangquoten in Kauf genommen. Dagegen haben Australien und mehrere Länder in Lateinamerika ein komplettes Walfang-Verbot im Antarktischen Ozean gefordert.

Umweltschützer, die die Verhandlungen beobachteten – etwa Vertreter des WWF – sind der Meinung, dass Japan schuld am Scheitern der Gespräche ist: Die Japaner waren nicht bereit, sich aus den Schutzgebieten zurückzuziehen. Island wiederum hat jede Einschränkung des Handels mit Walfleisch abgelehnt.

Seit 1986 gibt es ein Moratorium, nach dem der kommerzielle Walfang verboten ist. Ausgenommen ist der Walfang zu wissenschaftlichen Zwecken. Doch manchen Ländern dient diese Ausnahmeregelung nur als Vorwand. In Japan sollen beispielsweise mehr Wale in Sushi-Bars landen als in Forschungslaboratorien. Trotz des Moratoriums wurden seit dem Jahr 1986 über 33 000 Wale getötet – ein Trauerspiel!

2 Kommentare in “Der ewige Streit über den Walfang

  1. Ich finde den Walfang und die dabei angegebenen Gründe all dieser Länder pervers und eines zivilisierten Landes unwürdig.

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