Ja, wo bleiben sie denn?

Manche Kollegen in der NZ-Redaktion beneiden mich immer glühend, wenn ich zu einem Pressetermin des Nürnberger Tiergartens gehe, bei dem Tierbabys vorgestellt werden. Manche glauben, man käme dann ganz nahe an die Tiere heran oder dürfte sie sogar streicheln. Doch das ist bei diesen Terminen, zu denen alle Medien eingeladen werden, nicht so. Oft hat man als schreibender Journalist sogar recht wenig von einer solchen Einladung, denn die Fotografen und Kameraleute besetzen – völlig zurecht natürlich – die vorderen Plätze, und von weiter hinten sieht man dann nicht mehr viel von den niedlichen Babys. Außerdem muss man gleichzeitig ein Gespräch mit einem Vertreter des Zoos führen und mitschreiben.

Es kann aber noch schlimmer kommen – so wie heute. Da haben sich die kleinen Schneeleoparden Kim und Mia, die am 29. April im Nürnberger Tiergarten das Licht der Welt erblickten und die nun der Öffentlichkeit präsentiert werden sollten, über eine Stunde lang gar nicht gezeigt. Tiergartenmitarbeiter versuchten, Pia, die Mutter der Kleinen, mit leckeren weißen Ratten hinter einem Felsen hervorzulocken. Das gelang zwar nach einiger Zeit. Doch Mia und Kim blieben weiterhin unsichtbar. Die Fotografen sagten teils andere Termine ab und warteten und warteten, in ihr Schicksal ergeben und in der Ungewissheit, ob sie überhaupt ein Bild bekommen würden.

SchneeleopardenLetztlich hat es dann doch noch geklappt. Die drei Monate alten flauschigen Schneeleopardenbabys wagten sich aus ihrem Versteck hervor, die Fotoapparate klickten wie verrückt. Das Ergebnis unseres Fotografen Stefan Hippel ist hier abgebildet. Ja, die Kleinen sehen tatsächlich supersüß aus. Für den Tiergarten ist dieser Nachwuchs etwas Besonderes: Bisher gab es in Nürnberg noch keine gelungene Aufzucht von Schneeleoparden. Pia hatte zwar im letzten Jahr schon einmal ein Junges geboren, es aber nach der Geburt aufgefressen. D0ch diesmal kümmert sie sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Mit Erfolg: Die Kätzchen haben ihr Geburtsgewicht von einem Pfund schon verzehnfacht.

1 Kommentar in “Ja, wo bleiben sie denn?

  1. Dank dem Fotografen für die Ausdauer, das Ergebnis ist zu niedlich. Der Rummel war den Kleinen dann wohl doch zuviel. Da möchte ich als Katzenfan zu gerne ein bischen kraulen.

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