Eisbären-Karussell dreht sich

urn:newsml:dpa.com:20090101:100801-99-01867Jetzt dreht es sich wieder, das Eisbären-Karussell in der deutschen Zoolandschaft. Angeschoben haben es der Berliner Zoo und der Münchner Tierpark Hellabrunn: Die Münchner Eisbärin Gianna, die fast ein Jahr lang dem berühmten Eisbären Knut in Berlin Gesellschaft geleistet hat, ist wieder nach München zurückgekehrt. Dort ist die Eisbären-Anlage umgebaut worden.

Damit wurden die Spekulationen vieler Knut-Fans zunichte gemacht, die immer noch gehofft hatten, die beiden Tiere würden ein Paar werden. Da hat es wenig genützt, dass sowohl der Berliner Zoo als auch der Tierpark Hellabrunn immer wieder betont hatten, Knut und Gianna würden sozusagen nur eine vorübergehende Zweckgemeinschaft eingehen. Vor allem die eingefleischten Anhänger von Knut vermenschlichen ihren Liebling und hätten gern Schlagzeilen wie „Knut und Gianna: Die große Eisbären-Liebe“.

Es ist nicht einfach für die Zoo-Vertreter, darauf mit nüchternen Zuchtplänen zu argumentieren, wie sie durch das Europäische Erhaltungszucht-Programm (EEP) vorgegeben werden. Diese Pläne sehen aber eben nun mal folgende Szenarien vor: Gianna soll in München mit einem neuen Partner zusammengebracht werden, in der Hoffnung, dass daraus eine erfolgreiche Zucht entsteht.

Und Knut? Der weltberühmte Eisbär soll von der Jungbären-Freundschaft mit Gianna profitiert haben – schließlich war der von Hand aufgezogene Eisbär vorher nie in Kontakt mit Artgenossen gekommen. Nun hofft man, dass er im nächsten Jahr reif ist für den Ernst des Lebens – nämlich die Zucht mit den zwei Eisbärinnen Nancy und Katjuscha in Berlin.