Fünf vor zwölf für die Schimpansen!

SchimpansenDie berühmte britische Affenforscherin Jane Goodall, die seit 50 Jahren das Verhalten von Schimpansen erforscht, meldet sich mit alarmierenden Zahlen zu Wort: Die Anzahl der Schimpansen in Uganda, Kongo und anderen ostafrikanischen Staaten, in denen Goodall seit einem halben Jahrhundert arbeitet, ist drastisch zurückgegangen: von rund 1,5 Millionen auf geschätzte 300 000 Tiere.

Das ist an und für sich schon erschreckend genug. Doch die Situation droht sich noch zu verschlimmern. Denn in Uganda sollen in den nächsten Jahren in weiten Gebieten Ölquellen erschlossen werden. Und dafür werden noch mehr Waldflächen zerstört als bisher, befürchtet die Forscherin. Nach Berechnungen des Jane-Goodall-Instituts fallen in Uganda schon jetzt jedes Jahr zwei Prozent der gesamten Waldfläche Rodungen zum Opfer. Außerdem entstehen durch riesige Anbauflächen der Landwirtschaft Schneisen in den Urwäldern.

Dadurch werden die Reviere der Schimpansen zerstückelt, und die Menschenaffen haben keine Möglichkeit, in andere Gebiete auszuweichen und neue Gruppen zu gründen, wenn einzelne Schimpansen-Gruppen zu groß werden.

Nun kommt es darauf an, ob die warnende Stimme von Jane Goodall bei der Regierung und den Konzernen, die sich durch die Erschließung der Ölquellen in Uganda große Gewinne versprechen, Gehör finden kann. Goodall fordert, dass zumindest Umweltexperten zu Rate gezogen werden, damit so viel Lebensraum der Schimpansen erhalten werden kann wie möglich. Man kann nur hoffen, dass die Forscherin Unterstützung von großen Umwelt- und Tierschutz-Organisationen bekommt – die Schimpansen brauchen weltweit eine große Lobby!