Wildesel-Nachwuchs im Tiergarten Nürnberg

Somali-WildeselIm Nürnberger Tiergarten gibt es wieder einmal ein nettes Tierbaby zu sehen: Die Somali-Wildesel-Dame Sissi hat am 30. Juli einen Sohn zur Welt gebracht. Der kleine Hengst wurde Sabu genannt und jetzt den Medien vorgestellt.

Somali-Wildesel sind eine besonders stark bedrohte Tierart, die auf der Roten Liste steht: Weltweit gibt es nur noch 400 von ihnen, fast die Hälfte davon lebt in Zoos. Der Bestand in freier Wildbahn geht so rasant zurück, dass die Zoos alles daransetzen, diese Wildeselart durch Nachzuchten zu erhalten. Auch der Nürnberger Tiergarten, der regelmäßig Nachwuchs für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) beisteuern kann. Das Zuchtbuch wird im Zoo Basel geführt, von dort aus wird koordiniert, welche Tiere in den Zoos verpaart werden.

Es gibt dabei allerdings ein Problem: In einer Wildesel-Herde ist nur für einen ausgewachsenen Hengst Platz. Mehrere Hengste würden erbittert um die Stuten kämpfen – gerade die Somali-Hengste gelten als sehr aggressiv. Wenn es männlichen Nachwuchs gibt, kann man die jungen Hengste nur so lange bei der Herde lassen, bis sie erwachsen werden. Dann sucht man über das EEP einen Platz in einem anderen Zoo.

Manchmal kommt es aber vor, dass junge Hengste nicht zu vermitteln sind. Wenn sich so ein Notfall ergibt, entschließen sich die Verantwortlichen in den Zoos, ein solches Tier zu schlachten. Das ist ein Tabuthema, mit dem nicht jeder Zoo offen umgeht. Der Nürnberger Tiergartendirektor Dag Encke hält es jedoch für wichtig, auch diese Frage in der Öffentlichkeit anzusprechen und nichts zu verheimlichen.

Zweifellos ein Thema voller Diskussionsstoff!