Das Rätsel der toten Schweinswale

Vor kurzem konnte ich hier über das gute Seehund-Jahr am niedersächsischen Wattenmeer berichten. Endlich mal etwas wirklich Erfreuliches.

urn:newsml:dpa.com:20090101:100908-10-11629Jetzt gibt es leider schon wieder eine Katastrophen-Meldung: An der Ostseeküste zwischen Warnemünde und Rügen hat man in den letzten beiden Wochen schon zwölf tote Schweinswale gefunden. Bisher kann man sich dieses Phänomen nicht richtig erklären. Wissenschaftler schließen aber nicht aus, dass der Bau eines Windparks vor dem Darß mit verantwortlich für das Schweinswal-Sterben ist. 

Seit Jahren verzeichnen die Forscher eine Zunahme von toten Schweinswalen im Juni und Juli. Dafür gibt es einen einleuchtenden Grund: In diesen Monaten sind manche der Muttertiere, die gerade gekalbt haben, sehr geschwächt und für Krankheiten anfällig. Außerdem überleben einige der einjährigen Jungtiere die Entwöhnung von der Mutter nicht. Auch der Fischerei in der Ostsee fallen immer wieder Schweinswale zum Opfer: Die Tiere verheddern sich in den Netzen und verenden jämmerlich.
 

Doch eine Serie wie die jetzige mit fast einem toten Schweinswal pro Tag – und vor allem in dieser Jahreszeit – kannte man bislang nicht. Allerdings warnen Forscher seit einiger Zeit vor den Folgen von Baulärm im Meer: Der kann das hochempfindliche Echoortungssystem der Wale so schädigen, dass sie taub werden. Sie verlieren dann die Orientierung, was meist zu ihrem Tod führt.

Möglicherweise könnte nun ein Zusammenhang bestehen zwischen dem Schweinswalsterben und dem Bau eines Windparks vor dem Darß, für den vor einigen Wochen die Fundamente in den Meeresboden gerammt wurden. Diese Arbeiten sind sehr laut. Es gibt aber eine Technik, mit der durch das künstliche Erzeugen von Luftblasen bei den Bauarbeiten eine Art Schallschutzmauer errichtet wird, die das Ausbreiten der Schallwellen verhindern soll. Auf diese Maßnahme hat man beim Einrammen der Fundamente verzichtet, weil ihre Wirksamkeit nicht hundertprozentig erwiesen ist.

Auf jeden Fall wäre es absurd, wenn durch den Ausbau umweltfreundlicher Energien wie der Windkraft nun Tiere zu Tode kämen. Die Forschung wird hoffentlich dranbleiben, um nachweisen zu können, ob ein Zusammenhang besteht oder nicht.

1 Kommentar in “Das Rätsel der toten Schweinswale

  1. Das ist ja bitter ! Alternative Energien gut und schön, aber wenn dabei Tiere zu Tode kommen, ist das mit Sicherheit nicht umweltfreundlich !

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