Der Gartenrotschwanz macht Karriere

urn:newsml:dpa.com:20090101:101008-99-00195Es ist wieder so weit: Der „Vogel“ das Jahres wurde gewählt. Den Titel „Vogel des Jahres 2011“ hat sich der Gartenrotschwanz geholt. Mit dieser Entscheidung dürften sich der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (lbv) kaum Ärger einhandeln. Im letzten Jahr dagegen hatten sie sich mit der Kür des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 bei Fischereiverbänden und Teichwirten unbeliebt gemacht. Manche hatten die Wahl als reine Provokation empfunden. Darüber hatte ich auch hier im Blog geschrieben.

Die Wahl fiel diesmal auf den Gartenrotschwanz, um darauf aufmerksam zu machen, dass stärkere Bemühungen für den Schutz des kleinen Vogels mit dem ziegelroten Schwanz und der orangefarbenen Brust nötig sind. Schätzte man in Deutschland vor 30 Jahren seinen Bestand noch auf 450 000 Brutpaare, so liegt diese Zahl jetzt nur noch bei 150 000.

Das hat verschiedene Ursachen. Diese Vogelart findet immer weniger geeignete Nistplätze in Gärten und Baumhöhlen.  Vor allem in Gärten ist er trotz seines Namens immer seltener zu finden. Es gibt zu wenig Hecken, zu wenig Streuobstwiesen und zu viele fremdländische Gehölze und sterile Rasenflächen. Das bevorzugte Futter des Gartenrotschwanzes, nämlich Schmetterlinge, Raupen, verschiedenartigste kleine Insekten und Spinnen, ist auch immer schwerer zu finden. Denn durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln werden diese Beutetiere stark dezimiert.

Dazu kommen noch die Gefahren, denen der Zugvogel auf seinen bis zu 8000 Kilometer weiten Flügen nach Zentralafrika ausgesetzt ist: Dort nehmen die Dürreperioden zu, und viele Gartenrotschwänze fallen Vogeljägern zum Opfer.