Kann der Wolf bei uns überleben?

urn:newsml:dpa.com:20090101:101103-99-10229In Deutschland gibt es etwa 150 Jahre nach ihrer Ausrottung wieder Wölfe. Das ist natürlich erst mal eine positive Meldung, über die sich Tier- und Naturfreunde freuen. Ich habe selbst hier auch schon darüber geschrieben. Allerdings habe ich damals auch schon meine Zweifel angemeldet, ob die Rückkehr dieser wunderbaren Tiere in ein Land wie unseres so reibungslos ablaufen kann, wie manche sich das erträumen.

Denn die Voraussetzungen sind für wild lebende Tiere wie Wölfe in einem derart dicht besiedelten Land alles andere als ideal. Das hat sich jetzt wieder gezeigt: In Brandenburg ist ausgerechnet der Leitwolf des einzigen dort lebenden Rudels überfahren worden. Dieses Tier konnten Naturschützer eindeutig identifizieren, denn es hatte nur noch drei Beine. Trotz eines fehlenden Vorderbeins war es aber noch in der Lage, seine Familie zu ernähren.

Mit dem Tod des Leitwolfs ist nun das ganze Rudel gefährdet. Dieser Meinung sind jedenfalls Wolfsexperten des Naturschutzbundes Deutschland, NABU. Es besteht aber noch eine Hoffnung: In unmittelbarer Nähe in der sächsischen Lausitz leben fünf Wolfsrudel. Möglicherweise nehmen die Tiere Kontakt auf, und eines der Jungtiere aus der Lausitz springt bei der Aufzucht des Nachwuchses in Brandenburg ein.

Der jetzt durch ein Auto getötete Leitwolf war im übrigen nicht der erste Wolf, der auf Deutschlands Straßen dem Verkehr zum Opfer gefallen ist. Laut NABU sind seit dem Jahr 2000 schon zehn Wölfe überfahren worden – bisher allerdings immer Jungtiere, so dass man nicht gleich um die Existenz der ganzen jeweiligen Familie fürchten musste.

Die Gefahren des Straßenverkehrs werden auch in Zukunft nicht kleiner, sondern eher größer werden. Es muss sich zeigen, ob sich Wölfe an solche Bedingungen gewöhnen können. Einfach dürfte es für die scheuen Tiere nicht werden.