Warum Wale Sonnenbrand bekommen

urn:newsml:dpa.com:20090101:101109-99-02763Die Folgen des Ozonlochs und der stärkeren UV-Strahlung werden in ganz verschiedenen Disziplinen der Wissenschaft erforscht – mit unterschiedlichen Ergebnissen. Eines davon ist, dass mittlerweile auch Tiere immer öfter einen Sonnenbrand bekommen.

Wer hätte dabei schon an Wale gedacht? Schließlich leben die doch im Wasser! Umso bedenklicher ist das, was britische und mexikanische Wissenschaftler nun herausgefunden haben. Sie haben über drei Jahre lang im Golf von Kalifornien vor der mexikanischen Pazifikküste Blauwale, Finnwale und Pottwale beobachtet und fotografiert, wenn die Tiere zum Atmen an die Meeresoberfläche kamen. Die Fotos haben sie vergrößert, analysiert und ausgewertet. Dabei stellte es sich heraus, dass die Wale unter so starkem Sonnenbrand leiden, dass sich Blasen auf der Haut bilden. Selbst wenn die Blasen abgeheilt sind, lassen sich später auf Fotos noch Hautschäden erkennen. Die Forscher haben den Walen auch Zellproben entnommen, um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um Folgeerscheinungen von Sonnenbrand handelt.

Ähnlich wie beim Menschen sind dabei hellhäutige Wale am stärksten gefährdet, Blauwale kriegen also schneller einen Sonnenbrand als Pottwale oder die dunkelhäutigen Finnwale. Die Biologen haben außerdem festgestellt, dass die Hautschäden durch Sonnenbrand bei den Walen zunehmen. Bei den Blauwalen haben sich am Ende der Beobachtungszeit dreimal so viele Sonnenbrand-Blasen gebildet wie zu Beginn, und es gab doppelt so viele Zellschäden. Und obwohl Pottwale eine ziemlich dunkle Haut besitzen, treten bei ihnen besonders schlimme Schäden auf. Dafür haben die Wissenschaftler folgende Erklärung: Pottwale bleiben länger als andere Walarten zum Luftholen an der Wasseroberfläche.

Weil die Ozonschicht immer dünner wird, nimmt die UV-Strahlung auch weiterhin zu. Welche verheerenden Folgen das auf längere Sicht für Wale und andere im Meer lebende Säugetiere hat, lässt sich noch gar nicht absehen.