Ein Silberstreifen am Horizont

urn:newsml:dpa.com:20090101:101208-99-02602Sie zählen zu den Tierarten auf unserer Erde, die am stärksten vom Aussterben bedroht sind: die Berggorillas. In den letzten Jahren gab es eigentlich immer nur neue Hiobsbotschaften, wenn es um ihren Bestand ging. Der nahm nämlich stetig ab. Trotzdem ging die Jagd auf diese faszinierenden Tiere ebenso weiter wie die Zerstörung ihres Lebensraums durch Abholzen von Bäumen.

Jetzt können Tierschützer endlich einmal eine gute Nachricht über diese Menschenaffen vermelden: Bei der neuesten Zählung von afrikanischen Berggorillas im Grenzgebiet zwischen Kongo, Ruanda und Uganda sind sie auf 480 Exemplare gekommen – das sind immerhin 100 Tiere mehr als bei der letzten Zählung dort, die  im Jahr 2003 stattfand.

Solche Zählungen werden mit sehr großem Aufwand durchgeführt, so dass man von einem korrekten Ergebnis ausgehen kann. Diesmal haben sechs Gruppen von Experten die Regenwälder der Vulkanberge des Virunga-Massivs auf einer Strecke von über 1000 Kilometern durchkämmt. In das Ergebnis der Zählung sind außer den Tieren, die direkt gesichtet wurden, auch eingesammelte Dungproben eingegangen. Auf diese Weise konnte man mit Hilfe von DNA-Tests die Tiere identifizieren.

So positiv die neue Zählung von Tierschutz-Organisationen wie etwa dem WWF bewertet wird: Jetzt darf man sich nicht auf der etwas verbesserten Situation ausruhen. Nach wie vor muss alles Menschenmögliche unternommen werden, um Wilderei und Abholzung der Regenwälder einzudämmen, damit sich der Berggorilla-Bestand weiter erholen kann. Denn weltweit schätzt man die Zahl der Berggorillas gerade mal auf 780 Tiere. Mehr als der berühmte Silberstreifen am Horizont ist die neueste Gorilla-Zählung im Virunga-Massiv also nicht.