Buchtipp: Wilde Tiere in der Stadt

buch 001Auch in diesem Jahr habe ich für alle Tierfreunde wieder einen Buchtipp zu Weihnachten. „Wilde Tiere in der Stadt“ heißt der wunderbare Band von Florian Möllers, der bei Knesebeck erschienen ist, gebunden, 176 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen (ISBN 978-3-86873-196-5). Er kostet 29,95 Euro.

Wenn man früher die Redewendung benutzte: Da sagen sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“, dann meinte man einen Ort, wo absolut nichts los ist, irgendwo auf dem Land. Heute treffen sich Fuchs und Hase mitten in der Stadt – und nicht nur sie, wie der Naturfotograf Florian Möllers in seinem Buch anschaulich nachweist. Immer mehr wilde Tiere suchen sich ihren Lebensraum in Großstädten, erobern dieses für sie ursprünglich fremde Territorium erstaunlich rasch und geschickt. Das Wildschwein im Vorgarten, der Fuchsbau in der Reihenhaussiedlung: Nun ist es am Menschen, mit solchen Phänomenen umzugehen zu lernen.

Wer hätte schon gewusst, dass es in Berlin so viele Nachtigallen gibt wie in ganz Bayern zusammmengenommen? Dass auf dem Kölner Dom, dem Roten Rathaus in Berlin oder der Münchner Frauenkirche der Wanderfalke heimisch geworden ist? Dass Köln einen dichteren Brutvogelbestand vorweisen kann als der Amazonas-Urwald? Und vor allem, warum das alles so ist? Diese und noch viel mehr Zusammenhänge erläutert Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung an der Zoologischen Staatssammlung München in einem ebenso informativen wie unterhaltsam zu lesenden Vorwort.

Florian Möllers hat für sein Buch nicht nur Innenstädte mit der Kamera durchstreift, sondern war auch in Parks und auf Friedhöfen, in Vorstädten und Stadtbrachen unterwegs. Seine oft verblüffenden Fotos zeigen, wie selbstverständlich das Stadtleben für manche Tiere schon geworden ist – viel selbstverständlicher, als wir Menschen uns das jemals hätten vorstellen können.

„Wilde Tiere in der Stadt“: Ein Buch zum Verschenken oder zum Sich-Selbst-Schenken.

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