Die grausame Jagd der Orcas

Oft genug schreibe ich in diesem Blog über Grausamkeiten, die Menschen Tieren antun – leider scheint das Thema unerschöpflich zu sein.

urn:newsml:dpa.com:20090101:110123-99-03895Jetzt aber haben Forscher nach mehrjähriger Beobachtung ein wirklich grausames Spektakel nachweisen können, das sich unter Tieren abspielt: Jedes Jahr im Frühling richten Orcas vor Unimak Island (Alaska) ein regelrechtes Gemetzel an, bei dem sie Grauwal-Kälber töten.  Ungefähr 150 Orca- bzw. Große Schwertwale fallen dann über die vorüberziehenden Grauwal-Herden her und jagen neugeborene bis einjährige Jungtiere. Ein Drittel des Grauwal-Nachwuchses bezahlt die unerbittliche Hatz mit ihrem Leben. Interessant dabei: Die Grauwal-Kälber sind um einiges größer als die Orcas, die ihnen nachstellen.

Andere Walarten begnügen sich mit dem Fang von Fischen oder im Meer lebenden Kleinlebewesen. Große Schwertwale jedoch haben sich auf die Jagd von Meeressäugetieren spezialisiert. Jeweils mehrere Jäger schleichen sich an ihre Beute heran, trennen die Kälber von ihren Müttern und versuchen sie zu ertränken. Töten die Schwertwale mehr Kälber, als sie gleich auffressen können, legen sie sich eine Vorratshaltung mit Jungtier-Kadavern an und tun sich zu einem späteren Zeitpunkt daran gütlich.

Manchmal gelingt es einer angegriffenen Grauwal-Herde, sich in flaches Wasser zu flüchten. Dort wagen sich die Orcas nicht an die Grauwale heran. Manchmal schafft es eine Grauwal-Mutter auch, angreifende Schwertwale mit einem gewaltigen Schlag ihrer Fluke in die Flucht zu schlagen. Oft müssen sie aber tatenlos zuschauen, wie ihr Nachwuchs niedergemetzelt wird.