Ein gutes Jahr für Hasen?

urn:newsml:dpa.com:20090101:110131-11-10779In China beginnt mit dem chinesischen Neujahrsfest am 3.Februar das „Jahr des Hasen“. Ob es auch für die Hasen ein gutes Jahr wird, darf bezweifelt werden.

Denn schon im Vorfeld haben Abertausende von Chinesen die Zoogeschäfte gestürmt, um sich einen lebendigen Hasen als Glücksbringer zu kaufen. Die Tierhändler konnten der großen Nachfrage nach Langohren oft gar nicht mehr Herr werden. Tierfreunde befürchten jedoch, dass das Interesse an den Mümmelmännern nach dem Neujahrsfest schnell wieder erlischt und dass viele Tierhalter nach wenigen Wochen schon keine Lust mehr haben, ihre Schützlinge richtig zu versorgen und die Hasen dann einfach irgendwo aussetzen. So ist es jedenfalls im letzten „Jahr des Hasen“  (das war 1999) gelaufen.

Manche Hasen haben auch schon den Transport zu ihrem neuen Besitzer nicht überlebt: Sie wurden per Internet bestellt und per Post verschickt – und sind dann im Päckchen erstickt oder erfroren.

Rechtzeitig zum chinesischen Hasen-Jahr melden sich außerdem Tierschützer zu Wort und mahnen: Fast ein Viertel der Hasen und Kaninchen sind vom Aussterben bedroht. Das mag man sich bei uns vielleicht nicht vorstellen können, aber einige asiatische Hasenarten sind tatsächlich gefährdet. Zum Beispiel das Sumatra-Kaninchen, das Borstenkaninchen, das Ammanitische Streifenkaninchen und der Pfeifhase. Ursachen für die Gefährdung sind hauptsächlich Überjagung und Mangel an ausreichendem Lebensraum, aber auch Infektionskrankheiten.

Nun wollen Tierschützer die Gunst der Stunde – respektive das „Jahr des Hasen“ – nutzen, um möglichst viel Aufmerksamkeit auf die Hasen und das Problem ihrer Bedrohung zu lenken. Denn nur wenn es ein großes öffentliches Interesse gibt, lassen sich Maßnahmen zum Schutz des Hasenbestands in die Wege leiten.