Den Eisbären wird´s zu warm

In der kanadischen Hudson-Bay bringen die Eisbären-Weibchen immer weniger Jungtiere zur Welt. Wissenschaftler der Universität von Alberta warnen bereits, dass die gesamte Population in diesem südlichsten Lebensraum der Eisbären in der Arktis bedroht ist. Ursache für die stark rückläufige Geburtenzahl ist nach Erkenntnissen der Forschung die Erderwärmung, die in der im Osten von Kanada gelegenen Bucht immer kürzere Frostperioden zur Folge hat: Die Eisschmelze beginnt in der Hudson-Bay pro Jahrzehnt um eine Woche früher – damit verkürzt sich die Jagdsaison für die Eisbären.

Normalerweise war die Bucht im Winter acht Monate lang zugefroren. In dieser Zeit jagen die Eisbären nach Robben, die ihre wichtigste Nahrungsgrundlage bilden. Ist das Eis geschmolzen, müssen die Bären auf dem Festland von ihren Fettpolstern zehren, denn im Wasser haben sie keine Chance, die für sie viel zu schnell schwimmenden Robben zu erlegen. Die Fettreserven sind besonders für die Weibchen wichtig. Nur kräftige Weibchen können für ausreichend Nachwuchs sorgen, um die Population zu erhalten. Sind sie zu schwach, sind kleinere Würfe oder Fehlgeburten die Folge – oder sie werden gar nicht erst trächtig. Schon im letzten Jahrzehnt ging die Eisbären-Population in der westlichen Hudson-Bay um ein Viertel zurück.

Sollte das Frühjahr in der Region – wie erwartet – künftig noch früher einsetzen, dann sieht es tatsächlich düster aus für die Eisbären.