Wenn das keine guten Nachrichten sind!

Der schönste Urlaub geht einmal zu Ende – so auch mein Langlauf-Urlaub am Dachstein. Als ich zurückkam, habe ich mich natürlich besonders über die positive Nachricht aus dem Tiergarten Nürnberg gefreut, über die mein Kollege Marco Puschner ja auch hier im Blog einen Beitrag geschrieben hat: Den Eisbären-Zwillingen im Tiergarten geht es gut, sie wachsen und gedeihen weiterhin prächtig. Ich freue mich schon auf den Tag, wenn die Kleinen mit ihrer Mutter Vera aus der Wurfhöhle herauskommen!

Und dann habe ich gleich noch eine sehr erfreuliche Meldung aus der Welt der Tiere gefunden: In Indonesien haben Tierforscher des World Wide Fund for Nature (WWF) zwei Babys des fast ausgestorbenen Java-Nashorns entdeckt und mit versteckter Videokamera gefilmt (daher die schlechte Bildqualität; das Video kann man sich hier anschauen). Es handelt sich um Jungtiere aus zwei verschiedenen Nashorn-Familien, die im Ujung Kulon-Nationalpark leben. Der Nationalpark befindet sich auf einer Halbinsel am südwestlichsten Zipfel von Java; er steht seit 1991 auf der Unesco-Welterbeliste.

Das Java-Nashorn – sein wissenschaftlicher Name lautet Rhinoceros sondaicus –  gilt als beinahe ausgestorben. Man schätzt, dass es nur noch rund 50 dieser Tiere in freier Wildbahn gibt. Die meisten davon leben im Ujung Kulon-Nationalpark, das heißt in einem Gebiet, in das  kaum Menschen eindringen. Ein paar Exemplare findet man außerdem noch in Vietnam. Im Vergleich zu afrikanischen Nashörnern sind Java-Nashörner etwas kleiner. Sie bringen aber immer noch bis zu 1,8 Tonnen auf die Waage. Die Art ist deshalb so stark vom Aussterben bedroht, weil in der traditionellen chinesischen Medizin alle möglichen „Wundermittel“ aus dem Horn der Nashörner hergestellt werden. Die Tiere sind deshalb begehrte Objekte für Wilderer.

Im Ujung Kulon-Nationalpark ist aber nach Kenntnis des WWF seit 1990 nicht mehr gewildert worden. Die Umweltorganisation hat in den vergangenen zehn Jahren dort die Geburt von 14 Nashorn-Babys registriert. Die meisten davon waren allerdings männlich, so dass man sich über das Fortbestehen der Art weiterhin sorgte. Bei den beiden Kälbern, die kürzlich zusammen mit ihren Müttern vor die versteckten Videokameras des WWF gelaufen sind, handelt es sich um ein männliches und ein weibliches Tier. Das gibt den WWF-Mitarbeitern Anlass zu der Hoffnung, dass die Population überleben kann. – Na, wenn das keine gute Nachricht ist!