Soll man Tierbörsen verbieten?

An diesem Wochenende findet wieder die weltweit größte Reptilienmesse statt: die Terraristika im nordrheinwestfälischen Hamm. Im Vorfeld ist erneut ein Streit darüber entbrannt, ob man Tierbörsen nicht lieber verbieten sollte. Das fordern jedenfalls Tierschützer wie der Deutsche Tierschutzbund und Pro Wildlife.

Die Tierschützer kritisieren, dass bisher geltende Verordnungen für solche Tiermärkte nicht streng genug seien. Weil es fast nur Soll-Bestimmungen gebe, hätten die Veterinärbehörden im Ernstfall kaum eine Handhabe einzugreifen. Auf derartigen Börsen werden oft Tiere wie beispielsweise Giftschlangen angeboten. Die Tierschützer verlangen, dass zumindest das verboten werden sollte. Denn die Käufer könnten oft nicht richtig mit solchen Tieren umgehen. Im vergangenen Jahr ist zum Beispiel eine giftige Monokelkobra einem jungen Mann ausgebüxt, der das Tier auf der Terraristika gekauft hatte. Eine aufwändige Suchaktion musste deshalb eingeleitet werden.

Außerdem monieren die Tierschützer, dass auf Tierbörsen immer wieder Wildfänge zum Verkauf angeboten werden, ebenso wie Tiere, die unter Artenschutz stehen. Auch den Vorwurf der Tierquälerei erheben sie: Die Tiere würden meist in viel zu kleinen Boxen aufbewahrt und oft auch nicht artgerecht versorgt – und das nicht selten über Wochen hinweg, weil die Tierhändler von einem Tiermarkt zum nächsten reisen. Der Deutsche Tierschutzbund hat seit langem solche Veranstaltungen im Blick und stellt dabei immer wieder fest, dass der Tierschutz nicht eingehalten wird. Solange es kein Verbot von Tierbörsen gibt, raten die Tierschützer von deren Besuch ab, um diese Form des Tierhandels nicht zu unterstützen.

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