Knut litt an einer Hirnerkrankung

Seit Tagen wurde kolportiert: Musste Knut sterben, weil die Gruppenhaltung mit den drei Eisbärendamen ihn zu sehr gestresst hat? Die Leitung des Berliner Zoos hat das von Anfang an als Todesursache ausgeschlossen. Und so trieben die Spekulationen weiter Blüten. Auch die Nachricht, dass Knut ertrunken sei, machte die Runde.

Nun aber wurde das Ergebnis der Obduktion von Knuts Kadaver bekannt, die in einem Institut der Freien Universität Berlin vorgenommen wurde. Knut starb demnach wohl an einer Hirnerkrankung. Bei der Sektion sollen deutliche Veränderungen des Gehirns zu erkennen gewesen sein, die zu Knuts plötzlichem Tod geführt haben könnten. An anderen Organen haben die Pathologen zumindest bisher nichts Auffälliges entdeckt. In den nächsten Tagen sollen an Knut noch weitere bakteriologische und histologische Untersuchungen vorgenommen werden.

Unterdessen gibt es alle möglichen Ideen, wie man des weltberühmten Berliner Eisbären künftig am besten gedenken sollte. Der Verein der Freunde des Berliner Zoos möchte Knut ein Denkmal widmen. Zusammen mit der Zooleitung soll über die Skupltur nachgedacht werden und darüber, wo sie stehen soll. Derzeit wird ein Standort am Eisbärengehege des Zoos favorisiert. Die Zoofreunde wollen das Denkmal mit Spenden finanzieren. Im Berliner Zoo gibt es übrigens schon Skulpturen, die an verstorbene Zootiere erinnern, die beim Publikum sehr beliebt waren: zum Beispiel das berühmte Flusspferd Knautschke oder Gorilla Bobby.

Außerdem soll das Berliner Naturkundemuseum sich für Knut interessieren. Für alle Fälle ist der Tierpräparator schon mal bei der Obduktion dabei.

Und natürlich wird weiter heiß debattiert, ob Eisbären für eine Haltung im Zoo geeignet sind oder nicht. Verschiedene Tierschutz- und Tierrechtsgruppen wollen ein Ende der Eisbärenhaltung in Zoos, weil diese Tiere in freier Natur Einzelgänger sind und sie durch eine Gruppenhaltung zwangsläufig gestresst würden.