Eine Milbe zerstört ganze Bienenvölker

Nach so vielen Neuigkeiten über die Eisbären in deutschen Zoos heute mal ein etwas weniger spektakuläres Tier-Thema: Es dreht sich um Bienen. Auf den ersten Blick mögen die nicht soooo interessant sein, aber sie spielen eine wichtige Rolle für eine ausgewogene Umwelt.

Immer wieder haben wir in den letzten Jahren am Ende des Winters regelrechte Horrormeldungen gehört, dass ein riesiger Anteil von Bienenvölkern in vielen Ländern die kalte Jahreszeit nicht überlebt hat. Von einem Drittel aller Bienen war schon die Rede – und das hätte bald schlimme Folgen für die Pflanzenwelt.

Jetzt wurde eine Langzeitstudie ausgewertet, die von 2004 bis 2009 lief und bei der über 1200 Bienenvölker beobachtet wurden. Die Ergebnisse der Untersuchung relativieren die bisherigen Zahlen, so dass man einigermaßen beruhigt sein kann. Durchgeführt hat das „Deutsche Bienen-Monitoring“ die Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung.

Demnach sind die Verluste bei den Bienenvölkern um einiges geringer und liegen zwischen vier und 15 Prozent. Auch die Hauptursache für das Bienensterben hat man herausgefunden: Schuld ist vor allem eine Milbe namens Varroa destructor. Die ist auch schon als Bienenfeindin bekannt. Die Imker rücken dem zerstörerischen Vieh meist mit Ameisensäure zu Leibe. Aber diese Behandlung ist anscheinend nicht wirksam genug und reicht nicht aus, den Milbenbefall in einer ganzen Region richtig zu bekämpfen.

Die Untersuchung ergab außerdem, dass der Parasit Nosema und Pflanzenschutzmittel-Rückstände entgegen bisheriger Annahmen kaum einen Einfluss auf das Bienensterben haben. Außer der Milbe sind aber auch Infektionen mit bestimmten Viren für den Tod vieler Bienen verantwortlich. Außerdem konnte jetzt zum ersten Mal nachgewiesen werden, dass Bienenvölker mit einer jungen Königin größere Chancen haben, den Winter zu überleben, als Völker mit alten Königinnen. Ob das damit zusammenhängt, dass es bei jungen Königinnen eine größere Brut gibt, weiß man allerdings noch nicht.