Wieder mehr Tiger in Indien

Wenn Zahlen über wildlebende Tiere gemeldet werden, dann sind es ja meist Horrormeldungen nach dem Motto: Es gibt immer weniger Exemplare von dieser und jener Tierart, die immer stärker bedroht ist.

Da ist man richtig froh, einmal Nachricht von einer positiven Entwicklung zu erhalten. Und so eine Nachricht gebe ich natürlich gern weiter. Also: In Indien führen offenbar Maßnahmen, die zum Schutz der Tiger ergriffen wurden,  zu ersten Erfolgen. Bei der neuesten Zählung von Tigern in Indien wurden rund 1700 Exemplare erfasst, beinahe 300 mehr als bei der letzten Zählung vor vier Jahren. Man hat zwar diesmal einige Reservate mitgezählt, die beim letzten Mal ausgelassen worden waren. Aber selbst wenn man das berücksichtigt, ist die Zahl der königlichen Raubkatzen innerhalb von vier Jahren immerhin um 12 Prozent angestiegen.

Die indische Regierung führt das auf eine gelungene Artenschutzpolitik zurück. So hat man bei großen Bauvorhaben wie beispielsweise von Wasserwerken oder im Bergbau verstärkt auf den Schutz und die Erhaltung von Wäldern geachtet. Auch der Kampf gegen die Wilderei wird mittlerweile ernsthaft geführt. Aber nicht nur Regierungsvertreter betonen diese ersten Erfolge in Sachen Schutz des Tigers:  Experten des WWF sind ebenfalls überzeugt, dass es mehr Nachwuchs bei den Tigern in Indien gibt. Dies wird als Reaktion der Tiere auf bessere Lebensbedingungen bewertet.

Die Tiger-Zählung vor vier Jahren war übrigens die erste überhaupt in Indien. Das Ergebnis hat damals alle geschockt. Denn vorher war man davon ausgegangen, dass in dem riesigen Land ungefähr 3500 Tiger leben würden. Bei der Erhebung kam man dann aber nur auf rund 1400 Exemplare. Heute wird die Zahl der wildlebenden Tiger auf der ganzen Welt auf 3200 geschätzt. Das ist natürlich immer noch wenig, aber die neuen Zahlen geben doch zumindest Anlass zu ein wenig Optimismus, oder?