Neue Hoffnung für den Artenschutz

Über Artenschutz habe ich in diesem Blog immer wieder geschrieben. Meist ging es dabei um Probleme bei der Umsetzung. Jetzt gibt es zu diesem Thema mal eine gute Nachricht.

Bisher haben Wissenschaftler eine sehr hohe Messlatte angelegt, wenn es darum ging, eine Zahlengrenze festzulegen, ab der sie gefährdeten Tierarten noch Überlebenschancen in der Zukunft einräumen. Die meisten Forscher haben sehr rigoros eine Meinung vertreten: Für Arten, bei denen es einen enormen Aufwand erfordern würde, eine Population von 5000 zu erreichen, gebe es keine Hoffnung mehr. Man sollte dann die für Artenschutzprojekte vorhandenen Gelder lieber für andere Tiere einsetzen.

Jetzt aber hat sich ein Team britischer Wissenschaftler der Uni Durham auf eine andere Aussage festgelegt: Die Anzahl von Tieren einer gefährdeten Art wirkt sich nicht unbedingt auf ihre Überlebenschancen aus. In einer neuen Studie haben sie herausgefunden, dass die Populationsgröße, die eine Art für ihr langfristiges Überleben benötigt, sowohl innerhalb einer Art als auch zwischen den Arten unterschiedlich sein kann. Ein wichtiger Faktor dabei sind etwa die Bedingungen, unter denen die Tiere leben. Wenn die Tiergruppen einigermaßen stabil sind, würden schon Hunderte von Einzeltieren genügen, damit die Art nicht ausstirbt. Die Ergebnisse der Untersuchung sind in der Zeitschrift „Trends in Ecology und Evolution“ veröffentlicht.

Da könnte man also direkt Hoffnung schöpfen für Arten, von denen es nur noch sehr wenige Exemplare gibt, zum Beispiel für die schätzungsweise noch 450 Sibirischen Tiger oder die rund 1000 Berggorillas – wenn nicht wieder andere Wissenschaftler zu einem ganz anderen Ergebnis kommen!

2 Kommentare in “Neue Hoffnung für den Artenschutz

  1. Allgemein wird angenommen, dass sich die Zahl der Vorfahren des heutigen Menschen vor circa 90.000 Jahren auf wenige Dutzend Exemplare reduziert hatte. Heute sind es 7 Milliarden.

  2. Ich kann schon verstehen, dass die reine Anzahl nciht entscheidend ist. Natürlich kann man auch aus einer kleinen Anzahl wieder eine große Population aufbauen. Interessanter ist ein blick auf die zu- oder abnahmen der Anzahl. Wenn die Zahl eine Art immer weiter sinkt, dann liegt das Problem nicht darin, dass sie so wenige sind, sondern dass die Zahl eben kleiner wird. Wenn ich aus einer kleinen Population viele machen will muss die Zahl halt steigen.

Kommentarfunktion geschlossen.