Einfach süß: Mayotte-Maki-Baby

Zugegeben: Ich wusste auch nicht, warum diese Tiere „Mayotte-Makis“ heißen. Gut, dass Makis Halbaffen sind und zu den Lemuren gehören, das war mir schon klar. Aber was bedeutet „Mayotte“? – Seit ich heute im Nürnberger Tiergarten den Nachwuchs der Mayotte-Makis bewundern durfte, kann ich die Frage beantworten: Mayotte ist eine Inselgruppe vor Madagaskar. Die Mayotte-Makis kommen in freier Wildbahn ausschließlich auf diesen Inseln vor und haben daher ihren Namen.

Im Nürnberger Tiergarten gibt es zum ersten Mal Nachwuchs bei den Mayotte-Makis. Die Tierart wird seit 1999 in Nürnberg gehalten, damals hat der Zoo eine vierköpfige Gruppe aus Beauval in Frankreich übernommen. Doch die vier waren untereinander verwandt, und so blieb die Vermehrung aus. Halbaffen, die zu den Primaten gehören, entwickeln bei verwandten Tieren eine natürliche Inzucht-Sperre. Deshalb holte man einen zusätzlichen Mayotte-Maki-Mann aus dem französischen Zoo Asson. Seine Pfleger nennen ihn Kiki. Und nachdem es zwischen Kiki und der Maki-Dame Paka gefunkt hatte, kam im April ihr erstes Baby zur Welt.

Das Maki-Gehege befindet sich direkt am Menschenaffenhaus, aber man muss ein bisschen Geduld mitbringen, wenn man das Kleine (Geschlecht noch unbekannt) beobachten will. Seine Mutter Paka trägt es huckepack auf dem Rücken und turnt so mit einem sprichwörtlichen Affenzahn durch die Anlage. Paka ist derzeit etwas gereizt und duldet nur Kiki, den Vater des Babys, in ihrer Nähe. Manchmal muss sich auch Kiki um das Kleine kümmern. Paka säugt ihr Baby noch. Aber Makis sind spätestens im Alter von einem halben Jahr selbstständig. Schon jetzt knabbert das Junge an Blättern und Gräsern. Auch Leckerbissen wie Rosinen, Weintrauben und Bananenstückchen, mit denen Paka und das Kleine für die Fotografen und Kameraleute angelockt wurden, lässt sich der kleine Halbaffe schon schmecken.

Der Bestand der Mayotte-Makis in freier Wildbahn ist glücklicherweise nicht gefährdet. Doch der Mensch hat es geschafft, ein Drittel der auf Madagaskar vorkommenden Lemurenarten auszurotten. Selbst fast alle übriggebliebenen Arten stehen auf der Liste der bedrohten Tiere. Denn der Mensch zerstört nach wie vor ihren natürlichen Lebensraum.

 

2 Kommentare in “Einfach süß: Mayotte-Maki-Baby

  1. Liebe uwo,
    leider habe ich Ihren Artikel erst heute gelesen. Das niedliche Maki-Baby im Tiergarten haben wir schon oft besucht zumal und diese Tiere an eine Reise vor einigen Jahren erinnern, die uns u.a. auch auf die Insel Mayotte/ Komoren (gehört übrigens zu Frankreich und damit zur EU) führte, wo wir diese Lemuren doch tatsächlich in Freiheit erleben durften. So ein Erlebnis vergißt man nie.
    Danke für diesen Beitrag !

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