Wenn Tierfreunde es zu gut meinen

Wenden wir uns von den Pressemitteilungen des Herrn Schrollinger wieder für die (Tier-)Welt wichtigeren Themen zu. Dazu gehört die übertriebene Tierliebe mancher Menschen, die den Tieren letztlich schadet. Viele Tierfreunde meinen es beispielsweise zu gut, wenn sie glauben, jeder auf dem Boden gefundene Jungvogel brauche Hilfe. (Die junge Krähe auf dem Bild hat Rita Köhler für pixelio.de fotografiert.) Der Naturschutzbund NABU weist darauf hin, dass man solche Vogelkinder auf jeden Fall nicht unter menschlicher Obhut aufpäppeln, sondern in der freien Natur lassen sollte. Denn es handelt sich meist nicht um verletzte oder von ihren Eltern im Stich gelassene Tiere. Vielmehr verlassen einige Vogelarten ihr Nest schon, bevor sie fliegen können. Sie geben aber immer wieder sogenannte Standortlaute von sich, um sich bei ihren Eltern bemerkbar zu machen.

Dazu gehören Nestflüchter wie zum Beispiel Enten, Fasane und Kiebitze, außerdem verschiedene Singvögel wie Amseln. Amseljunge etwa hält es oft schon eine Woche, bevor sie flügge werden, nicht mehr in ihrem Nest, weil es ihnen dort zu eng wird. Sie werden aber trotzdem von ihren Eltern weiterhin gefüttert und betreut.

Erst wenn man ein Vogelkind längere Zeit aus sicherer Entfernung (um die Elternvögel nicht abzuschrecken) beobachtet und feststellt, dass es sich tatsächlich um ein verlassenes oder verletztes Tier handelt, braucht das Vogeljunge wirklich Hilfe. Die Betreuung sollte man aber Fachleuten überlassen.

1 Kommentar in “Wenn Tierfreunde es zu gut meinen

  1. Solch ein voreiliges Handeln mit „guten Vorsatz hängt vielleicht auch damit zusammen, dass immer weniger Menschen sich wirklich noch mit Flora & Fauna auskennen. In Zeiten von iPhone und Playstation bleibt den Kindern nicht mehr viel Zeit, um draußen Erfahrungen zu sammeln.

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