Yvonne auf der Bobbenreuder Kärwa

„Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe.“  So reimte einst Heinz Erhardt, und er wusste, wovon er sprach. Eine Kuh, die schon in der Einzahl Mühe machte,  füllte in diesem Jahr auch das Sommerloch: Yvonne – das Tier, das sich nicht schlachten lassen wollte und um zu überleben in die Rolle eines Rehleins schlüpfte, worauf es wochenlang im Wald untertauchte. Jetzt ist die Kuh nach über drei Monaten eingefangen worden, aber auch das nur mit viel, viel Mühe. Man benötigte eine Überdosis Betäubungsmittel, um Yvonne zur Räson – respektive auf den Viehtransporter – zu bringen, denn sie gebärdete sich wie ein wilder Stier. Nun darf sie weiterleben, und das in Saus und  Braus, wie alle Tier-Senioren auf Gut Aiderbichl in Deggendorf. Ich glaube, Yvonne hat beste Aussichten, Tier des Jahres zu werden.
Yvonnes Schicksal wird sicherlich demnächst in einem Kinder- oder Bilderbuch nacherzählt und zum Kassenschlager werden. Kaum einem Drehbuchautor wäre wohl ein derart origineller Plot eingefallen. Die schier unglaubliche Geschichte hat sogar schon Eingang ins fränkische Brauchtum gefunden: Am Sonntag beim Kirchweihzug in Poppenreuth (Vorort von Fürth in Bayern) war Yvonne ein gefundenes Fressen, um die Fehde mit dem benachbarten Schnepfenreuth (Vorort von Nürnberg) aufzugreifen und in einen witzig-aktuellen Kärwa-Wagen-Beitrag umzumünzen. Was dabei herauskam, ist auf obigem Foto zu sehen: „Dei Schnepfenreider suchn dei Kuh noch, mir ham`se scho längst g´fundn“, heißt es auf dem Schild am Anhänger.  – Ich muss sagen: Humor haben sie, die Bobbenreuder!