Schlägt die Natur zurück?

Der Mensch denkt, Gott lenkt. Ein altes Sprichwort, das sich immer wieder bewahrheitet. So zum Beispiel jetzt gerade in Frankreich, in der Rhone südlich von Lyon. In dem Fluss ist ein eigenartiges Phänomen zu beobachten: Riesige Fische rotten sich im Wasser zusammen. Es handelt sich um Welse, die fast drei Meter groß und 100 Kilo schwer werden können. Die Viecher bilden große Gruppen und ballen sich zu kugelförmigen Schwärmen – allerdings schwimmen sie dabei nicht in dieselbe Richtung, wie es eigentlich normal wäre.

Forscher der Universität von Toulouse versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Denn das Spektakel ist nicht nur unheimlich – es hat auch schlimme Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht der Rhone. Die Welse hinterlassen nämlich massenweise Kot und geben damit so viele Nährstoffe an das Wasser ab, dass der Fluss rund um Lyon umzukippen droht.

Die Europäischen Welse, die den ganzen Schlamassel verursachen,  haben indes nicht immer in der Rhone gelebt. Ursprünglich waren sie in Osteuropa heimisch. Doch den Menschen, die sich leider oft für allmächtig halten, gefiel es, Silurus glanis ein ganzes Stück weiter westlich in Europa anzusiedeln. Das war vor ungefähr 150 Jahren. Nun schlägt die Natur zurück. Niemand hat bisher eine Erklärung dafür, warum sich die Welse so verhalten. Die Wissenschaftler in Toulouse schließen auch aus, dass ein ausgefallenes Paarungsritual dahinter stecken könnte. Denn bei ihren regelmäßigen Tauchgängen haben sie seit zwei Jahren nie ein Balzverhalten unter den Fischen beobachtet. Die Welse schließen sich auch nicht zusammen, um gemeinsam auf Beutefang zu gehen.

Die Forscher sprechen schon vom höchsten, jemals in einem Süßwasser existenten, „biogeochemischen Hotspot“ (einem Wasserbereich, in dem Tiere mehr Nährstoffe produzieren, als Pflanzen abbauen können). – Tja, vielleicht hätten die Menschen vor 150 Jahren lieber nicht Gott spielen sollen. Das mag der nämlich überhaupt nicht.

 

3 Kommentare in “Schlägt die Natur zurück?

  1. Vieleicht rotten sie sich ja zusammen weil der Fluß auf Deutsch „Rotten“ heißt. 😉

    Oder es liegt an den mehreren französischen Atomktaftwerken entlang des Fluß.

    Daß es am der Wels Losung liegt glaube ich nicht. Weil auch beim Wels kommt hinten nur raus, was vorher vorne rein kam.

      • @uwo,

        Danke für den Tipp, wenn ich mal wieder in die Gegend komme muss ich unbedingt meine schwere Angelausrüstung mitnehmen. Solche Brocken gibt es in der Pegnitz nicht. Nicht mal im Wöhrder See.

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