Quoll-Babys, ach wie süß!

Eine Woche ist vergangen seit dem Pressetermin im Duisburger Zoo, wo vor einigen Wochen drei Delfinbabys das Licht der Welt erblickt haben, wie hier ausführlich berichtet. Und – was haben die Journalisten draus gemacht? Wenig, würde ich mal sagen. Zumindest was die großen Presseagenturen betrifft, die sonst das Thema Delfine ausschlachten wie kaum ein anderes. Außer Fotos kam nichts – nur ein ganz kurzer Text über dpa, verschwindend wenig im Vergleich zu den seitenweisen Meldungen über den Tod von Delfinen in den verschiedenen Delfinarien. So viel zur Berichterstatung von Nachrichtenagenturen, die eigentlich zu einer objektiven Berichterstattung verpflichtet wären.

Dieselben Agenturen reißen sich dagegen geradezu ein Bein aus, wenn sie Neuigkeiten über den Leipziger Zoo absetzen. Egal, was in dem – zugegeben: tollen – Zoo passiert: Die Medien überschlagen sich regelrecht, allen voran der MDR, der sich zum Haus-Fernsehsender des Zoos entwickelt hat.

Während also die Weltsensation der drei Delfinbabys in Duisburg schön klein gehalten wurde, berichtet dpa über den neuesten Nachwuchs in Leipzig doch recht ausführlich: Dort gibt es sechs junge Tüpfelbeutelmarder. Es sind die ersten Tierbabys, die in der neuen Tropenhalle „Gondwanaland“ zur Welt gekommen sind. Tüpfelbeutelmarder – der Name verrät es Tierfreunden schon – stammen aus Australien, genauer gesagt von der Insel Tasmanien; nur dort kommen sie heute noch in freier Natur vor. Man kennt diese Art auch unter dem Namen Quoll, und ich muss sagen, die Tierchen sehen wirklich süß aus.

Der Zoo Leipzig kann sich damit rühmen, die einzigen Quolls außerhalb Australiens zu halten und bei der nicht einfachen Zucht dieser Tierart erfolgreich zu sein. Allerdings bleiben die Kleinen für die Besucher vorerst noch unsichtbar: Die ersten 100 Tage haben sie den Beutel der Mutter nicht verlassen, und um ihnen Stress zu ersparen, hält man die Babys weiterhin unter Verschluss.

Aber ich bin sicher: Sobald die Mini-Quolls dem Publikum präsentiert werden, erfahren wir es alle rechtzeitig – dank Journalisten, die dem Leipziger Zoo mehr als nur gewogen sind.