Hat Ric O´Barry den "Bambi" verdient?

Die diesjährige „Bambi“-Verleihung dürfte in die Mediengeschichte eingehen: Nicht nur die Verleihung des Medienpreises an den Rapper Bushido ist mehr als fragwürdig und hat bekanntlich Proteste ausgelöst. Nein, auch dass der Preis in der Kategorie „Unsere Erde“ an Richard O´Barry für sein Engagement als Delfinschützer geht, kann man durchaus kritisch hinterfragen.

Für viele Tierschutz-Aktivisten ist O´Barry eine Art Heiliger, allerdings einer, der sich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat. Schließlich arbeitete er einst als Delfintrainer bei der Fernsehserie „Flipper“. Gut, er hat das später bedauert; man sollte ihm das also nicht sein Leben lang immer wieder aufs Brot schmieren. Und keiner kann wohl O´Barrys Verdienst vom Tisch wischen, das er sich durch den Film „Die Bucht“ erworben hat: So wurden Millionen von Menschen auf das sinnlose Abschlachten von Delfinen in der Bucht von Taiji aufmerksam und protestierten dagegen – wenn auch leider (noch?) nicht mit großem Erfolg.

Doch O´Barry schlägt auch manchmal über die Stränge. „Auswilderung“ lautet das Zauberwort, das er in Sachen Delfinhaltung gebetsmühlenartig wiederholt und als Allheilmittel betrachtet. Dass Auswilderung aber oft gar nicht möglich ist, hat er selbst schon schmerzhaft erfahren müssen. Bei publikumswirksam inszenierten Befreiungsaktionen hat er Tieren nämlich schon schwer geschadet.

Ein Beispiel gefällig? O.k.: 1996 konnten zwei zuvor in menschlicher Obhut gehaltene Delfine wenige Tage nach ihrer  „Befreiung“ vor der Küste Floridas durch den prominenten Tierrechtler gerade noch rechtzeitig gerettet werden; sie waren schwer verletzt und stark unterernährt, weil niemand sie auf das Leben in freier Wildbahn vorbereitet hatte. Das hatte schwerwiegende Konsequenzen: O´Barry und seine Organisation wurden wegen Verstoßes gegen das Gesetz zum Schutz im Meer lebender Säugetiere und wegen Tierquälerei zur Höchststrafe von 40 000 Dollar verurteilt. Damit nicht genug: Wegen unsachgemäßer und illegaler Auswilderung bekam er eine zweite Strafe aufgebrummt: 19 500 Dollar. Und auch das von O´Barry mit ins Leben gerufene „Sugarloaf Dolphin Sanctuary“ hat man geschlossen und die Delfine beschlagnahmt. Die Behörden konnten u.a. nachweisen, dass die Tiere nicht ausreichend von Veterinären versorgt wurden.

 

71 Kommentare in “Hat Ric O´Barry den "Bambi" verdient?

  1. Mir geht es ähnlich Ute, was meine Einstellung zu Ric O’Barry betrifft, auch wenn ich von dem Bambi-Preisträger vor ein paar Jahren anlässlich eines Delfintages in der Schweiz eine „zuckersüße“ Widmung samt Zeichnung in das von ihm verfasste Buch „To Free a Dolphin“ erhalten hatte („For sweet Susanne, love and light“ steht auf der ersten Seite, worüber ich mich damals auch sehr gefreut hatte).
    Was mir jedes Mal übel aufstößt, was Taiji, Ric O’Barry und die Delfinariumsgegner angeht, ist der Folgeschluss, der immer und immer wieder unters Volk gestreut wird und der meiner Meinung nach einfach nicht richtig ist. „Wenn ihr in Deutschland kein Delfinarium mehr besucht, so hört das Delfinschlachten in Taiji auf“, so in etwa lautet dieser falsche Folgeschluss. Darüber habe ich mir bereits im letzten Jahr ausführlich meine Gedanken gemacht und diese auch niedergeschrieben. Wer Interesse hat, kann sie hier nachlesen: http://www.meeresakrobaten.de/2010/10/die-rechnung-geht-nicht-auf-bericht/

    • @Susanne,
      Auch wenn sich der Nürnberger Zoo vom Schlachten in Taiji distanziert hat, hat er sich nie davon distanziert, dass Nachkommen der gefangenen Delfine von Taiji nicht auch später einmal in Nürnberg landen.
      Damit ist der Aufruf und die Verleihung von O´Barry aktuell denn je.
      Von Blutflecken aus Taiji will sich der Tiergarten Nürnberg nicht distanzieren.
      Ein Delfinbesuch hat also auch etwas mit Taiji zu tun. Und wer Delfinarien nicht besucht, der verringert die Nachfrage in Taiji.

      • @Frank Albrecht,
        noch ist kein einziger Delfin in Nürnberg aus Taiji oder ein Nachkomme aus Taiji und ob irgendwann mal in ferner Zukunft ein Nachkomme aus Taiji nach Nürnberg kommt, das wissen Sie nicht und wir alle nicht. Jedenfalls kann man zum jetzigen Standpunkt davon ausgehen, dass das NIE passieren wird.

        • @slides-only,
          Nochmals, der Tiergarten Nürnberg hat sich davon, auf mehrmaliger Anfrage, nicht distanziert und damit es auch nicht ausgeschlossen Delfine zu importieren, an den noch das Blut aus Taiji klebt.
          Toller Tiergarten, tolles Delfinarium.
          Und Taiji hat nichts mit Nürnberg zu tun? Hören Sie endlich auf, die Märchen des Tiergartens hier zu erzählen.

        • @Susanne,
          der Tiergarten hat sich NICHT von Nachkommen aus dem Taiji-Massaker distanziert.
          Der Tiergarten braucht Importe damit seine Delfin-Gefangenschafts-Einrichtung überlebt.

        • @Susanne, Sie sind die einzige die diese Lüge verbreitet, wann hat jemals einer gesagt:“Wenn ihr in Deutschland kein Delfinarium mehr besucht, so hört das Delfinschlachten in Taiji auf”,das ist allein ihre Schlussfogerung, die Sie verbreiten.Es ist ein erster Schritt und ein langer Kampf. Selbst in einer Zeitung gelesen,dort wurde lediglich gesagt,“ Weil die Stadt gegen sogenannte Wildfänge ist, ist der Tiergarten auf erfolgreiche Nachzucht dringend angewiesen.“ Dort wurde gesagt die Stadt und nicht der Zoo.

  2. Dass O`Barry das Reh für seinen Einsatz in Taiji erhalten hat – meinetwegen. Aber dass er in geschäftsschädigender Weise zum Boykott deutscher Delfinarien, die meines Wissens nichts mit Taiji zu tun haben, aufruft, das stört mich gewaltig. Da ist er wie viele andere sogenannte Tierschützer, die mit Unwahrheiten einfach auf Stimmungsmache aus sind. Warum hat er denn damals als Delfintrainer aufgehört? Doch sicher nicht aus Überzeugung wegen der „armen Tiere“, oder? Viel wahrscheinlicher ist doch, dass die Serie auslief und er als Flippertrainer einfach nichts mehr verdiente.

    • @slides-only,
      @Susanne,
      Auch wenn sich der Nürnberger Zoo vom Schlachten in Taiji distanziert hat, hat er sich nie davon distanziert, dass Nachkommen der gefangenen Delfine von Taiji nicht auch später einmal in Nürnberg landen.
      Damit ist der Aufruf und die Verleihung von O´Barry aktuell denn je.
      Von Blutflecken aus Taiji will sich der Tiergarten Nürnberg nicht distanzieren.
      Ein Delfinbesuch hat also auch etwas mit Taiji zu tun. Und wer Delfinarien nicht besucht, der verringert die Nachfrage in Taiji.

        • @slides-only,
          Was soll an der fehlenden Distanzierung des Tiergartens falsch sein?
          Nürnberg muss importieren, sonst stirbt das Delfinarium so oder so aus.
          Und da schreckt man in Nürnberg auch nicht davor zurück Nachkommen zu importieren, die aus dem Massaker aus Taiji stammen.
          Ja so sieht die Tierschutzwahrheit aus.

        • @Susanne,
          bitte auch um Beispiele für den Boom von Geburten von Zoogeborenen Delfinen im Vergleich zu Geburten von Wildfängen in Gefangenschaft. Das ist sehr wichtig, wenn man über Taiji und Nürnberg spricht.

        • @Susanne,

          Das Frank Albrecht auch hier wieder Wortglauberei betreibt ist zu erwarten. Das er hier anderen etwas unterstellt auch. Das er das eigentliche Thema des Postings wechselt auch.

          Natürlich verlangt er von anderen plötzlich auch wieder Beispiele und Beweise, die er für seine Behauptungen nicht geben kann.

    • @Wolferl,

      tut mir leid, aber die „Bambi“-Verleihung war halt jetzt gerade. Und wenn da ein Mann wie O´Barry einen Preis kriegt, ist das ein Thema, an dem ich nicht vorbei kann, wenn ich ein aktuelles Tier-Blog betreibe.

      • @uwo,

        Eigentlich finde ich nicht die Beiträge zum gähnen, sondern die sich daran anschließenden Kommentarschlachten. Gibt aber sicher viele Klicks, darum verstehe ich Sie.

  3. Leider ist das Thema Delfine immer wieder aktuell und ich finde es gut, dass Ute es hier im Blog aufgegriffen hat. Schon allein die Tatsache, dass einer, der einst Flipper trainiert hat, noch lebt, finde ich interessant. Ansonsten nervt mich mehr der Medienrummel ums Bambi.

  4. Natürlich hat O´Barry den Bambi verdient! Ob unsere „Sachverständigen“ hier anderer Meinung sind oder nicht, ist dabei ziemlich unerheblich.

    • @Kohlhaas,
      Niemand hier missgönnt O’Barry den Bambi. Ich habe nur kritisiert, dass er Taiji mit deutschen Delfinarien verquickt, was ja eindeutig falsch ist!

      • @slides-only,
        @Susanne,
        Auch wenn sich der Nürnberger Zoo vom Schlachten in Taiji distanziert hat, hat er sich nie davon distanziert, dass Nachkommen der gefangenen Delfine von Taiji nicht auch später einmal in Nürnberg landen.
        Damit ist der Aufruf und die Verleihung von O´Barry aktuell denn je.
        Von Blutflecken aus Taiji will sich der Tiergarten Nürnberg nicht distanzieren.
        Ein Delfinbesuch hat also auch etwas mit Taiji zu tun. Und wer Delfinarien nicht besucht, der verringert auch die Nachfrage in Taiji.
        Taiji hat also etwas mit deutschen Delfinarien zu tun. Und O´Barry hat nicht nur wegen „The Cove“ gesprochen.

        • @Frank Albrecht,

          Den Zusammenhang sehe ich immer noch nicht. Was soll die Distanzierung von Nürnberg für die Zukunft bringen?

          Ihre Laberei von „Blutflecken“ aus Taiji in Zusammenhang mit Nürnberg und der Distanzierung von der Beschaffung von Nachkommen ist Blödsinn. Wahrscheinlich wollen Sie nur irgendwas schreiben, egal was.

  5. Ihre Veröffentlichung, Ute Wolf, ist (wieder einmal) schlecht recherchiert. Richard O’Barry wurde nicht strafrechtlich belangt, sondern aus Eigentumsgründen der NAVY in einem zivilgerichtlichen Verfahren belangt – das ist schon ein großer jurister Unterschied:

    „Gefängnis auf den Bahamas und 40.000 Dollar Geldstrafe für Ric O’Barry nach NAVY-Delfin-Auswilderung

    Der Ex-Fernseh-Flippertrainer O’Barry fühlt sich mitverantwortlich für den Boom der Delfinarien und dem damit verbundenen Fang von mehreren tausend Delfinen. Nachdem der TV-Delfin Kathy, der die meisten Rollen in der Serie besetzte, am 22. April 1970 in den Armen von Ric O’Barry bewusst seine Atmung einstellte und starb, konvertierte der bestbezahlte Delfintrainer der Welt zum aktiven Delfinschützer. Seine erste Aktion unmittelbar nach Kathy’s Tod zur illegalen Befreiung von Delfinen auf Bimini/Bahamas machte Schlagzeilen und O’Barry wanderte eine Woche bis zur Gerichtsverhandlung ins Gefängnis auf der kleinen Insel Bimini. Er kam mit einer Geldstrafe von fünf Dollar davon, weil die Aktion einen riesigen Presserummel ausgelöst hatte und der Richter froh war, O’Barry wieder loszuwerden.

    Als er später mit Genehmigung der US-Navy drei militärisch genutzte Delfine in einem umfassenden Projekt fast zwei Jahre auf die Auswilderung vorbereitet hatte, erhielt er kurz vor der geplanten Freilassung der Tiere ein Stopp der US-Militärleitung, weil Delfinindustrielle ihr Veto eingelegt hatten, um ihr milliardenschweres Delfingeschäft mit den Shows nicht zu gefährden. Denn wenn bekannt geworden wäre, dass Delfine wieder ausgewildert werden können, hätten sie um ihren Bestand bangen müssen. O’Barry sollte der Navy wissenschaftliche Gutachten über eine zu erwartende erfolgreiche Auswilderung beibringen, die jedoch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existierten und kurzfristig nicht zu beschaffen waren.

    O’Barry wilderte jedoch zwei dieser Delfine, die er dafür qualifiziert hielt, trotz des plötzlichen Verbotes aus. Die Navy fing die Delfine wieder ein und pferchte sie in Becken mit 7 Meter Durchmesser, wo die Meeressäuger kurze Zeit später verendeten. Aufgrund eines von der US-Navy eingeleiteten Zivilgerichtsverfahrens wurde O’Barry wegen Entwendung von Militäreigentum zu einer Geldstrafe von 40.000 US-Dollar verurteilt, die von dem Popsänger „Mr. Bojangels“ in einem Radio-Benefizkonzert für den Delfinbefreier wieder eingespielt wurde.

    Ric O’Barry wurde 1991 mit dem Umweltschutzpreis der Vereinten Nationen (UNEP) für seine unermüdlichen Bemühungen der Re-Naturisierung von Delfinen ausgezeichnet und veröffentliche zwei Bücher über seine Aktivitäten.“

    Anmerkung: Bei der Bambi-Verleihung (und auch nicht, als er den Oscar erhielt) hat Ric O’Barry kein Wort über Auswilderung gesagt. Es ist auch nicht korrekt, wenn Sie schreiben, dass eine Auswilderung von Delfinen nicht möglich sei – dazu gibt es etliche positive Beispiele (auch in seinen Büchern, die Sie offenbar nicht gelesen haben). Aber eine Auswilderung stellt natürlich ein großes Risiko dar, das es nicht gäbe, wenn die Meeressäuger (und etliche andere Zootiere) erst gar nicht in Gefangenschaft gehalten würden. Die Auswilderung eines Delfinbabys ist aufgrund des verkümmerten Jagdverhaltens unmöglich – auch ein „Erfolg“ der Zoos und vergnügungsparks.

    Ich vermute, dass Sie ohne Copyright-Vermerk (falls Sie das Bild von Ric mit dem Bambi überhaupt agenturmäßig gekauft haben) dieses sicherlich nicht ins Netz stellen dürfen – das zum Thema korrekter Journalismus und Eigentumsdelikt.

    • @WDSF, Jürgen, in dem Filmchen, das vor der Verleiung gezeigt wurde, war sehr wohl von Auswilderung die Rede. Man muss da nicht nur die Übergabe des Rehs an Ric sehen, sondern auch das Ganze drumherum, das beim Publikum ankommt. Und so erfolgreich waren die Auswilderungen nun wirklich nicht. Ich denke da nur an Stephania, die vor laufender Filmkamera ein paar Runden außerhalb des Netzes drehte, dann aber sofort wieder in die (sichere) Umzäunung zurückschwamm. Das Ganze wurde dann als erfolgreiche Auswilderung verkauft (das hatte übrigens auch Ric nicht gefallen). Danach wurde das Delfinweibchen in ein Delfinarium gebracht, in dem es sich offenbar sehr gut einlebte.
      Zur Auswilderung siehe auch http://www.meeresakrobaten.de/2007/06/kommentar-delfinbefreiung/
      Was Copyright angeht, so erinnere ich dich gerne an den Brief von Achim Winkler (Zoochef von Duisburg), den du unerlaubterweise ins facebook gestellt hast. Nachdem dich Rüdiger auf das Briefgeheimnis aufmerksam gemacht hatte, verschwand der Brief wieder ganz schnell aus dem Netz …

    • @WDSF, vielen Dank für die Aufklärung bzw. Richtigstellung.
      Da mir das Hintergrundwissen fehlte, hatte ich nur ein merkwürdiges Gefühl beim Lesen des Artikels…als wenn es mehr um persönliche Ressentiments ginge denn um Faktendarlegung. Mein Eindruck hat sich also bestätigt.
      Tja, der seriöse und investigative Journalismus ist wohl tot 🙁

    • @WDSF, Hallo Herr Ortmüller, jedesmal wenn ich etwas von Ihnen lese, wundere ich mich, mit welcher unverfrorenheit Sie falsche Behauptungen aufstellen, für Sie unangenehme Tatsachen verschweigen, verdrehen oder beschönigen. Das Sie kein Fachmann sind, ist offensichtlich und bei Ihrem Anliegen, die Delfinhaltung abzuschaffen, wohl auch eher hinderlich. Sie müssten dann ja die Behauptung von O`Barry, dass der Delfin „Kathy“ in seinen Armen starb, nach dem sie bewusst die Atmung einstellte, als blanken Unsinn, fern jeder biologischen Tatsachen, einstufen. Entlarvend ist auch, dass Sie verschweigen, dass die von O`Barry frei gelassenen Delfine eingefangen werden MUSSTEN, weil sie verletzt, abgemagert und ausgetrocknet waren. Aber Sie finden bestimmt auch ganz normal, wie O´Barry die Delfine für die „Auswilderung“ vorbereitet hat. Ich sehe noch heute die Bilder im Fernsehen, wie O`Barry versteckt hinter einem Busch, den Delfinen tote Fische ins Becken warf. Sie sollten so lernen, dass nun das Futter nicht mehr von den Menschen kommt. An Lebende Fische wurden die Delfine nicht gewöhnt. Welch himmelschreiender Diletantismus.

  6. Ob sich jemand wirklich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat, ist nicht immer leicht festzustellen. Ich denke, O`Barry hat sich nicht wirklich geändert! Für mich ist er der gleiche unsensible Typ von damals, als er noch „Flipper“ trainierte, geblieben. Um beim Training erfolgreicher zu sein, entwickelte er einen Elektroschock-Stab, damit er die Delfine bei Fehlleistungen bestrafen konnte. Nach seinen eigenen Angaben, habe er diese grausame Methode aber nie benutzt. Tatsache ist jedenfalls, dass er einen schlechten Ruf hatte und das ihn als Trainer keiner mehr wollte. Sein ausgeprägtes Geltungsbedürfnis ist für mich der wahre Grund warum er dann die Seiten gewechselt und sich als Delfinschützer vermarktet hat. Liest man den Unsinn in seine Veröffentlichungen wird zumindest jedem Fachmann klar, welch ein Dilettant hier am Werk ist. Das zeigen auch seine zum scheitern verurteilten Delfin-Auswilderungsversuche, bei denen er den Tod der Tiere in Kauf nahm. Das war schlimme Tierquälerei. Nun benutzt er das grausame Abschlachten von Delfinen für seinen Feldzug gegen Delfinarien und bekommt dafür einen „Bambi“.

    • @Hans-Jürgen Klinckert, was wollen sie als ehemaliger Cheftrainer des Delfinariums in Nürnberg auch gegen Leuten, die gegen Delfinarien sind, auch anderes sagen. Ein Zoo, der sich fünf Jahre vor Gericht gegen die Einsichtnahme seiner Unterlagen wehrt, hat sicherlich Gründe dafür. Mal sehen, ob es etwas ist, was noch in Ihre Zeit führt, Herr Klickert! Ich finde es gut, dass er einen Bambi erhalten hat. Glückwunsch dazu.

    • @Hans-Jürgen Klinckert,
      Und warum distnziert sich der Tiergarten Nürnberg nicht davon, Nachkommen aus Taiji-Fängen zu importieren. Warum wohl? Warum wohl ist die Zucht mit Zoogeborenen in Zoos oft so schwierig?

  7. Nur der denkende Mensch ändert seine Meinung. Dass O´Barry zu seinen Fehlern steht und diese offen zugibt ist in der heutigen Zeit mehr als eine Seltenheit.

  8. Die Frage ist überflüssig!!Definitiv hat Ric O´Barry den Bambi für seine Einsätze im Tierschutz der Delfine verdient.
    Wie wäre es mit selber mal Hilfe anzubieten und noch besser auszuführen, als neidvoll einem Preisträger hinterherzulechzen.
    (Ironie on) Ach so ja ich vergass…..handelt es sich doch nur um Kreaturen in der Wasserwelt. Wer braucht sie schon. Egal was mit ihnen passiert, interessiert doch nicht! (Ironie off)
    Meine Güte ich könnte aus der Haut fahren bei den Kommentaren mancher Menschen.

  9. @Hans-Jürgen Klinckert,

    den Bambi hat er sicher nicht wegen seiner „Tierquälerei“ bekommen, sondern weil es der breiten Masse immer mehr bewusst wird, dass die von Ihnen genannte Tierquälerei eigentlich im Delfinarium stattfindet!

    Ich verfolge die vielen Diskussionen in diversen Medien und Blogs nun schon eine zeitlang hochinteressiert (war vorher nie ein Thema für mich) und muss feststellen, dass es seitens der Delfinarienbetreiber, Direktoren oder Trainer eigentlich keine wirklichen Argumente FÜR eine Haltung dieser Tiere gibt, wobei mich die Argumente der Tierschützer deutlich überzeugen und eigene Recherchen im Netz bestätigen mich darin.

    • @Gisela Behringer,
      Da irren sie aber gewaltig. Dem Bambi hat er für „Unsere Erde“ bekommen und die spielt sich größtenteils außerhalb der deutschen Delfinarien ab.

      • @slides-only,
        Es gibt einen klarten Zusammenhang zwischen Delfinarien und Taiji. Dort werden ja nicht nur Delfine abgeschlachtet, sondern einige landen lebend in den Tierknästen namens „Delfinarien“. Und deren Nachkommen werden Jahre später auch schön nach Deutschland importiert, weil die Zucht kaum funktioniert. Deshalb weigerte sich der Tiergarten Nürnberg, sich von nachkommen aus Taiji schriftlich zu distanzieren.

    • @Gisela Behringer, die Tierquälerei findet meiner Meinung nicht in deutschen Delfinarien statt, sondern in der „Todesbucht“ von Taiji oder draußen auf dem Meer (Treibnetze etc.) … Ich denke mal, manch alter Mensch im Seniorenheim würde sich wünschen, nur halb so viel positive Zuwendung zu bekommen wie die Delfine in Duisburg und Nürnberg.

      • @Susanne,
        ihr Wissen und ihre Vorstellung um das Verhalten von Delfine ist fragwürdig.
        Als wenn Delfine sich nach Nähe und Streicheleinheiten der Spezies Mensch sehnten.
        Alle delfine weltweit müssten sich demnach vor den Toren Nürnbergs stapeln um sich Streicheleinheiten abzuholen.

  10. Hallo Liebe Mitarbeiter der Zoos Nürnberg und Duisburg, die hier so fleißig schreiben, um vielleicht doch noch ihre billigen Anlagen retten zu können.
    Ihr werdet damit scheitern, denn die Leute kommen langsam dahinter, dass es euch nur um Geldmacherei geht und nichts anderes.
    Spart euch eure Propaganda. Ihr geht so oder so unter.

  11. Ich habe die Sache mit den Navy Delphinen damals interessiert verfolgt und es gab auch mal eine längere Fernseh Dokumentation zur Auswilderung dieser Tiere. Darin war u.a. zu sehen, dass sich Ric O’Barry hinter einem Busch versteckte, um den Delphinen ungesehen tote Fische zuwerfen zu können. So wollte er sie vom Menschen entwöhnen. Lebende Fische haben diese Delphine bis zur Freilassung nie angerührt und die sogenannte „Entwöhnung“ hatte vermutlich auch negative Folgen für notwendige tierärztliche Kontrollen Diese Szene spielte sich kurz vor der „Auswilderung“ ab. Am wahrscheinlichsten erscheint mir, dass der Navy aus irgendeinem Grund nicht klar war, dass Ric O’Barry überhaupt kein brauchbares Konzept zur Auswilderung hatte. Er hat vermutlich versucht, sich so lange wie möglich von der Navy finanzieren zu lassen und als die ihm schließlich drauf gekommen sind, hat er die Delphine einfach frei gelassen und gehofft sie würden nie gefunden. Das hätte auch fast geklappt, als man sie schließlich fand waren sie halb verhungert und völlig ausgetrocknet. Wenn man so eine Auswilderung halbwegs professionell angeht, mag es vielleicht ja sogar eine Chance geben, aber so war das einfach nur fahrlässig, unprofessionell und völlig planlos und dafür ist er bestraft worden.

    @Frank Albrecht: Es gibt doch reichlich Delphin Nachwuchs in Europa und den USA (z.T. in siebter Generation), da ist man auf Taiji Nachkommen sicher nicht angewiesen. Überhaupt, sie scheinen zu erwarten dass sich Taiji Delphine irgendwo so erfolgreich vermehren, dass man sogar Nachwuchs nach Europa schicken kann ? Interesssant 🙂

      • @Martin, Sea World (hab ich zumindest gehört), selbst wenn das zu viel ist, fünf oder sechs Generationen dürften es schon sein.

        • @Saro, leider völliger Unsinn. Es gibt weeltweit ein Fall, die in dritter Generation leben – irgendwo in den Vereinigten Staaten. Die Zucht ist leider nirgendwo nachhaltig. Ich habe schon ewig nichts mehr darüber gelesen, dass in Nürnberg ein Baby überlebt hat. Wann gelang denn hier die letzte Zucht?

  12. Ja klar hat Ric O’Barry den Bambi verdient, allein schon wegen dem Film „Die Bucht“.
    Ric O’Barry hat auch darauf hingewiesen, dass kein Besucher mehr Eintrittskarten für Delfinarien in Deutschland (Duisburg, Nürnberg u. zZt. noch Münster) und in der Schweiz (Connyland) kaufen soll.

  13. @martin: Völliger Unsinn ? Nicht so schnell, nur weil Tante Google es nicht hat, heißt das nicht das es nicht stimmt ! In den USA ist die Zucht schon seit vielen Jahren absolut nachhaltig. Wann ist denn das letzte Mal ein Delphin für ein amerikanisches Delphinarium gefangen worden ?

    • @Saro, weichen Sie doch nicht aus. Sie haben behauptet, es gibt Delfine, die in 7. Generation leben und können dies nicht belegen. Das ist unseriös. Erst behaupten Sie etwas und dann finden Sie nichts darüber über Google. Nunja. Delfinarienbefürworter haben eben keine Argumente.

  14. Ich bin begeistert, dass RIC den Preis erhalten hat. Ausnahmsweise wurde einmal die richtige Person prämiert. Ich danke dem WDSF, das die Behauptungen der Delfinariumsbefürworter hier richtig stellt. Frank, Deine Broschüre:

    http://www.zoo-kritik.de/downloads/doku1-zoo-delfin-nuernberg.pdf

    ist hrvorragend. Wie nachhaltig Delfinarien sind, das zeigen die Zahlen in Deiner Broschüre am Nürnberger Beispiel. In ganz Deutschland gibt es keine einzige Nachzucht der 3. Generation obwohl die 1. Geburt eines Delfins in einem deutschen Delfinarium vor 33 Jahren war!

    Durch die Preisverleihung bekommen natürlich die Leute, die mit der Ausbeutung der Delfine Geld verdienen, Schweizperlen auf die Stirn – und das ist gut so. Delfinarien sind Auslaufmodelle und das spüren Sie selbst.

    • @Monika,

      Leider kann ich die Seite nicht lesen.

      Was mich aber verwundert ist das Frank Albrecht Zahlen für diese Broschüre hatte, andere aber die Zahlen aus Nürnberg nicht haben und deshalb klagen müssen.

      Können dann die Zahlen in der Broschüre stimmen?

  15. Frau Wolf, müssen Sie eigentlich gegen die Delfinariengegner so hetzen? Verlangt das Ihr Chefredakteur? Auffallend ist schon seit Jahren, dass Sie nie ausgewogen berichten. Hat das etwas damit zu tun, dass Ihre Zeitung der Stadtverwaltung sehr Nahe steht? Andere Medien verhalten sich, ihrer Pflicht gemaäß, viel neutraler.

    • @Martin,
      Sie können sich trösten: Keiner zwingt mich zu irgendwas. Ich berichte nur Dinge über Delfine, die manche Leute lieber nicht so gern in der Öffentlichkeit sehen, weil sie offenbar nicht dem Mainstream entsprechen. Und meine Zeitung steht der Stadtverwaltung keineswegs nahe, auch in dieser Hinsicht müssen Sie sich keine Sorgen machen.

      • @uwo, Martin kann man nur zustimmen; Ähnliches habe ich auch schon von vielen anderen Bekannten und Feunden gehört bzw. selsbt als Erkenntnis gewonnen!
        Und von wegen Mainstream: Gerade Ihre Berichterstattung befasst sich doch nur mit Themen rund um die Delfinarien, so wie es der Durchschnittsbesucher erwartet. Tiefgang und Objektivität vermisse ich bei vielen Tiergartenbesuchern und auch bei Ihrer Berichterstattung!

  16. An alle hier die meinen er hat den Bambi nicht verdient. Ich verstehe euch nicht,da kommen mir wirklich die Tränen. Solch eine Frage überhaupt zu stellen ,die auch noch von eingigen wenigen unterstützt wird, mit falschen Aussagen und Worte verdrehen, wie es einem gerade passt. Ich kann es echt nicht glauben,was ich hier alles lese. Wir kennen alle seine (wirkliche,nicht wie sie hier teilweise dargestellt wird) Vergangenheit,wir kennen auch seine wirklichen Absichten.Dieser Mensch hat schon soviel für die Delfine getan,er hat es geschafft die Medien und die Welt auf Taiji aufmerksam zu machen.Er hat einen ehrlichen Wandel hinter sich und ihr macht das schlecht, anstatt diese Chance zu nutzen.Was noch schlimmer ist diese Hetze, macht ihr mit dem Gedanken,das ihr Delfine so sehr liebt. Mir fehlen die Worte dafür. Wie kann man Delfinarien nur unterstützen,auch in Deutschland.Ihr liebt Delfine, nein, denn dann würden ihr keinen Delfin auf Kommando Sprünge machen und Bällchen holen, sehen wollen,sondern alles daran setzen das dies ein Ende hat.

  17. 1. Menschen, die Fehler zugeben und den richtigen Weg einschlagen, sind mir allemal lieber als jene, die ihr Leben lang bei einer Meinung bleiben und trotz neuerer Erkenntnisse oder trauriger Vorfälle nichts dazulernen wollen.

    2. Fr. Wolf eilt ja in Nürnberg der Ruf voraus, kritiklos die Gefangenschaft von Delfinen zu befürworten.
    Ob deshalb ihre Urteil über die Preisverleihung von Gewicht ist, darf bezweifelt werden. Wenn man dann noch ihre lapidaren, pietätlosen Kommentare wie ‚Pech für Tümmler Anke‘ zu deren 2. Totgeburt (NZ, 5.11.2011) kennt, erübrigt sich jeder weitere Kommentar.
    Als Journalistin hat sie sich durch solche Äußerungen ohnehin selbst disqualifiziert!

  18. Seitdem Ric 0´Barry der Delfinariumsindustrie den Rücken gekehrt hat, wird er angegriffen, beleidigt und verleumdet. Ich habe ihn persönlich kennengelernt, als er im Juni 2007 in Deutschland und auf Einladung von Menschen für Tierrechte Nürnberg e.V. auch in Nürnberg zu Gast war. Bei seinen Vorträgen und in Diskussionen war er sehr überzeugend, sachlich und sachkundig. Ich habe ihn als ernsthaft und gleichzeitig freundlich erlebt, ein Mann ohne Star-Allüren und vor allem ohne gehässige Polemik, wie sie oftmals bei seinen Gegnern zu finden ist.

    Zum Thema Nachzucht und Wildfänge: Wie nachhaltig die Nachzucht in europ. Delfinarien ist, kann überhaupt nicht nachvollzogen werden, da die Delfinariumsbetreiber erst kürzlich wieder gemeinsam beschlossen haben, keine Einsicht in das europ. Zuchtbuch zu gewähren. Warum eine solche Entscheidung, wenn angeblich alles so gut klappt? Das legt doch eher die Vermutung nahe, dass man gemeinsam etwas zu verbergen hat.
    Die Tiergartenleitung in Nürnberg ist sich der Problematik der nicht nachhaltigen Nachzucht durchaus bewußt und würde den Tierbestand auch mit Wildfängen erweitern. Im Juni 2008 sagte TG-Leiter Encke in einer Kulturausschusssitzung, bei der ich als Zuhörerin anwesend war, sinngemäß: „Delfine sind Wildtiere wie andere auch. Natürlich nehmen wir Wildfänge, ohne die kämen wir doch gar nicht aus.“ Auch TG-Vize Mägdefrau bedauerte nach dem jüngsten Todesfall in Harderwijk, dass die Stadt Nürnberg keine Wildfänge wolle. Was übrigens nicht ganz zutrifft, denn der Beschluss von 2002 besagt lediglich, dass die Stadt Nbg. darauf verzichtet, den Fang in Auftrag zu geben.

    Ric 0´Barry weiß aus eigener Erfahrung (die er auch nie verleugnet hat), wie brutal wildlebende Delfine in Taiji und anderswo gefangen werden und wie reduziert und trostlos das Leben in Gefangenschaft für Meeressäuger ist. Deshalb engagiert er seit über 40 Jahren für den Schutz von Delfinen und ihres Lebensraumes und hat völlig zu Recht im vergangenen Jahr einen Oscar und in diesem Jahr den Bambi-Preis bekommen.

  19. Also, ich bin Zoobefürworter aus diversen Gründen, aber bin mir bei Delfinhaltung absolut nicht sicher und auch nicht, ob eine Konzentration auf Delfine in einer eher trockenen mitteleuropäischen Region richtig und sinnvoll ist. Allerdings muss ich sagen, dass das Manatihaus super ist und die Lagune zumindest eine Verbesserung ist zu vorher. Denn bis jetzt kann keiner sagen, was denn die Alternative für eine verbesserte Haltung der bereits in Gefangenschaft lebenden und geborenen Delfine wäre. Auswilderung funktioniert wohl nicht wirklich. Und die Delfine fragen kann auch keiner. Also finde ich es unerträglich, wie sich sowohl Lagunenbefürworter und -gegner gegenseitig polemisch und persönlich angreifen, was mit der Sache an sich nur noch am Rande zu tun hat. Und das ist verschenkte Energie, die man sinnvoller nutzen könnte – etwa zum eigentlichen Natur- und Artenschutz. Denn die Diskussionen hier drehen sich stets nur um Tierschutz(-ethik) und nicht um Naturschutz. Und der geschieht vor allem vor Ort – und wer tut wirklich etwas zum Beispiel für die Meere, Delfine etc? Mal nachsehen, danach weiß man schon mehr, wer engagiert und redlich ist und wer eben nur auf Krawall und Öffentlichkeit aus ist… Für mich ist die Lagune eine Verbesserung, aber vielleicht muss man die Delfinhaltung insgesamt auch irgendwann auslaufen lassen – ich kenne die richtige Vorgehensweise nicht. Bis dahin unterstütze ich dennoch lieber den Tiergarten (damit auch durch ex-situ- bzw. in-situ-Projekte den Natur- und Artenschutz und die Auswilderung diverser Arten) und den WWF, damit wirklich etwas passiert. Übrigens ist das Betreiben eines Zoos zumeist ein eindeutiges Minusgeschäft und eine Dienstleistung der Kommune am Bürger – wie bei Museen, Schwimmbädern etc.

    • @Wiesel,
      dass Zoos ein Minusgeschäft sind, halte ich im Prinzip auch nicht für problematisch. In Nürnberg sollen allerdings die Millionen-Kredite, die für die sog. DelfinLagune aufgenommen wurden, durch Mehreinnahmen, also Überschüsse refinaziert werden. Diese Refinazierung wird sich über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren erstrecken, außerdem sind die Kosten entgegen vorheriger Zusagen der Stadt inzwischen auf 27 Mio. Euro geklettert, möglicherweise werden es noch mehr. Auf dieses Finanzierungskonzept wird gesetzt, obwohl der Tiergarten Nbg. noch nie kostendeckend gearbeitet geschweige denn Überschüsse erwirtschaftet hat. Wenn dieses riskante Unternehmen schief geht, müssen – wiederum entgegen vorheriger Zusagen der Stadt – die Steuerzahler die Zeche zahlen.

    • @Wiesel, diejenigen Tierschützer, die gegen die Gefangenhaltung von Delfinen sind und die ich persönlich kenne, bedienen sich deutlich weniger der Polemik als etwa die Befürworter.
      Außerdem sind die meisten Vegetarier bzw. Veganer und essen als solche u.a. keine Meerestiere. Somit machen sie sich auch nicht mitschuldig am Tod von mind. 300.000 Delfinen pro Jahr durch Treibnetze etc.
      Das ist durchaus auch aktiver Schutz für die Delfine.
      Ich habe des öfteren vor dem Tiergarten Besucher gefragt, ob sie denn künftig weniger oder gar kein Meerestier mehr essen – die Antwort der meisten war typisch: Nein, manche sogar „Jetzt erst recht“!
      Man musste leider feststellen, dass es den meisten Besuchern doch nur darum geht, den Delfin mal vor der Kamera zu haben und dem Kinde ein kurzes Verngügen beim Anblick eines Delfins zu gönnen. Mit Empathie für Delfine hat das alles nichts zu tun!

      • @HaJü,
        ich zum Beispiel esse nur Meeresfisch mit MSC-Siegel oder ähnlichem und bewusst keinen Zuchtfisch und sehr wenig Fleisch. Ich esse nur saisonale, regionale etc. Produkte bei Obst und Gemüse aus Bioanbau. Ich achteauf Strom- und Wasserverbrauch, reduziere mein Autofahren so weit als möglich und so weiter und halte Zoos für wichtig – für Natur- und Artenschutz aus besagten und diversen anderen Gründen. Und ich erziehe meine Kinder zu Respekt gegenüber Mensch und Tier. Und ich kenne wiederum genug, die das ähnlich tun wie ich. Anscheinend kennen wir beide aber nicht genug Leute. Viele Leute sind nicht aufgeklärt und haben keine Ahnung. Also, was ist an der Aufklärungsarbeit der Zoos falsch?! Und wenn es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist. Ich habe viele Länder der Erde bereist und Tiere in freier Wildbahn gesehen – das können nicht alle Leute. Ich wäre auch dafür, wenn man keine Zoos bräuchte – Alternative ist nur von der Tierschutzethik jeweils ein Aussterben in Würde und/oder Verzicht auf jegliche Gefangenhaltung von Tieren. Solange dies nicht die Grundüberzeugung der Diskussion ist, sind viele der Vorwürfe an die „guten“ Zoos nicht zutreffend. Ich glaube einfach, dass ein unpolemischer und in manchen kooperativer Ton auf beiden Seiten zweckdienlicher wäre. Und schön, wenn Sie persönlich sachlich und nicht ausfallend werden, aber viele Ihrer Gleichgesinnten schießen eindeutig übers Ziel hinaus – ebenso wie Befürworter eben auch. Und fragen kann die Tier doch keiner und – wie gesagt, mit Delfinhaltung bin ich mir nicht schlüssig – was ist noch einmal Ihre Lösung für die Tiere, die schon Gefangenschaft leben. Hätten Sie im alten Becken aus den 70ern bleiben sollen oder in einen anderen Zoo gesollt – vielleicht Madrid oder so (vom Regen in die Traufe). Nicht immer nur anklagen, sondern konkrete Vorschläge machen! Und wir alle müssen sehen, dass wir unwissende Mitbürger in Natur- und Umweltfragen mehr aufklären – der Tiergarten tut das, ich tue das (als Vater und auch Lehrer) und Sie wohl auch…

  20. @Wiesel,
    Dieses Forum ist sicherlich nicht der richtige Ort, um umfassend und tiefgründig das Thema zu erörtern, geschweige denn eine ultimative Lösung zu finden.
    Nur: Worin liegt der Sinn, dass man allein für die neue Lagune 22 Mill. Euro ausgibt und somit das aus meiner Sicht vorliegende Tierleid auf Jahrzehnte hinaus zementiert?
    Sicher, die noch vor kurzem in den alten Becken lebenden Delfine hätte man entweder in „ansprechende“ modernere Delfiniarien abgeben müssen oder sie eben in Nürnberg belassen. Schon vor längerer Zeit hätte man auf Nachzucht verzichten müssen, v.a. in Anbetracht der ohnehin zu hohen Todesrate beim Nachwuchs.
    Der einzige Vorteil für die Delfine in der neuen Lagune ist der Wegfall von Chlor, birgt aber ein hohes Risiko der Erkrankung der Tiere, da sie ja immer in fäkalisiertem Wasser (trotz laufender Reinigung) schwimmen und der desinfizierende Effekt des Chlors wegfällt.
    Freiluftanlage? Delfine leben zu 90% unter Wasser, außerdem sind sie auf engem Raum allen Wetterunbilden ausgesetzt, ein Wegschwimmen ist ja nicht möglich.
    Größere bzw. mehr Becken? Auf engen Raum vertragen sich die männlichen Delfine oft nicht, deshalb sind ja die Becken oft auch mit einem Gitter zugesperrt. Von den 6 Delfinen in Nbg. sind nach Besucherangaben nur 4 in den Außenbecken, die anderen 2 Delfine aus Soltau fristen halt im Aufzuchtbecken vor sich hin. Und wer den Bewegungsdrang von Delfinen wirklich verinnerlicht hat, wird sich kaum mit solchen Abmessungen anfreunden können – das ist wie eine Zwangsjacke für die Delfine (ähnlich geht es auch den Greifvögeln!).
    Die anderen Vorteile der Lagune sind überwiegend für die Besucher, z.B. die große Panoramascheibe, die allein schon einen 7-stelligen Betrag gekostet haben dürfte!
    Letztlich sollen ja Besucher kommen und Geld bringen, allein aus diesem Grund wurde ja investiert (vgl. Wirtschaftlichkeitsgutachten von Rödl & Partner)! Und wenn Geld bei der Tierhaltung eine Rolle spielen, haben diese immer schon verloren!!
    Delfine, die nach Meinung von Experten mittlerweile nach dem Mensch zu den intelligentesten Säugetieren zählen, kann man einfach nicht ein Leben lang in ein paar so kleine Betonbecken einsperren.
    Deshalb: Keine Nachzucht mehr und Delfinhaltung auslaufen lassen – ein sicher für die Verantwortlichen schwerer Weg, aber moralisch und ethisch die konsequenteste Lösung!
    Übrigens: Wenn ich mich über andere Länder, Kulturen und Tiere informieren möchte, lese ich die entprechenden Bücher und schaue mir hierzu gute Filme an – das tut der Umwelt und den Tieren gut und meine Ansprüche sind dadurch voll abgedeckt! Der Mensch muss sich nicht alle Wünsche erfüllen und sich auch nicht alles untertan machen – schauen wir uns doch um, wie die Welt daran langsam zu Grunde geht.

  21. Schon merkwürdig! Da wird beklagt, dass die Nachzucht in Delfinarien nicht gelingt. Und die gleichen Leute schimpfen darüber, bei Eisbären (zum Beispiel!) züchte man auf Teufel komm raus.
    Ja, wat denn nu?

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