Was für den Fußball alles geopfert wird

Der Spitzenfußball fordert seine Opfer – das hat man erst wieder am vergangenen Wochenende beim Selbstmordversuch von Schiedsrichter Babak Rafati gesehen. Sogar Tiere müssen mit dem Leben für diesen Sport bezahlen. Das kann man seit einiger Zeit in der Ukraine beobachten, wo im Vorfeld der Fußball-Europameisterschaft 2012 Städte offenbar systematisch streunende Hunde töten, um als Gastgeber bei den Spielen als „Saubermänner“ dazustehen. Bis zum Sommer nächsten Jahres soll angeblich eine Viertelmillion der Streuner in Kiew „entsorgt“ werden. Eine regelrechte Tötungsmaschinerie wurde in Gang gesetzt; auch auf streunende Katzen wird Jagd gemacht.

Es heißt, dass während der letzten zwei Jahre schon Tausende von Hunden umgebracht wurden – und zwar auf unmenschlichste Art und Weise. Tierschutzorganisationen und die Presse in England und den USA berichten von Hunden, die totgeschlagen, vergast oder erstickt wurden. Vom „Slaughterhouse Ukraine“ ist da die Rede. Manche Vierbeiner hat man offenbar einfach zusammen mit Müll in Container geworfen, wo sie dann von Walzen platt gemacht wurden. Aus der Sicht zivilisierter Länder einfach unglaublich! Ebenso wie die Tatsache, dass sich die großen Fußball-Verbände nicht darum scheren und die Verantwortung für die Massaker einfach dem austragenden Land überlassen.

Da ist es nur ein schwacher Trost, dass vor der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika nicht nur Tiere dran glauben mussten, sondern auch Menschen, deren armselige Wellblech-Unterkünfte in Slums die schöne heile Fußball-Welt gestört hätten. Und in Brasilien, wo die Fußball-WM 2014 stattfindet, läuft es genauso.

P.S.: Wie ich beim Stöbern in der „Blogroll“ gesehen habe, hat kurz vor mir auch mein Kollege Peter Viebig in seinem Blog „Vip-Raum“ das Thema aufgegriffen – allerdings aufgehängt am Sportartikel-Hersteller Adidas. Finde ich gut, das Leiden der Tiere kann gar nicht oft genug angeprangert werden!

 

 

3 Kommentare in “Was für den Fußball alles geopfert wird

  1. Ich war auch ganz entsetzt, als ich davon im Radio hörte. Angeblich sollen die Hunde nach weltweiten Protesten nun in Tierheime kommen, die extra dafür gebaut werden. Wer’s glaubt …

  2. Am beschämendsten ist die Aussage der Fussballverbände, das ist Sache der Länder. Wie sehr eben diese Verbände Einfluss bis ins Kleinste nehmen, hat man ja in D gesehen, alles mußte vom Verband genehmigt werden. Auch die Spieler sollten ihre Stimmen erheben. Diese unmenschlichen Grausamkeiten in der Ukraine sind mit nichts zu rechtfertigen. Boykott allem, was damit zu tun hat! Ich bin so wütend!!!!!!!!!

  3. Ich finde es einfach nur SCHRECKLICH, für eine so kostentragende Veranstaltung auch noch Tier umzubringen! Es ist ja schon schlimm genug, dass mit dem Geld, was die Spieler für die WM bekommen alleine schon beinahe den ganzen Welthunger stoppen könnte, aber das ist wirklich unter aller Sau.

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